Ukrainischer Premier in Berlin - Er bedankt sich beim deutschen Steuerzahler und will mehr Geld

Quelle: Ruptly
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In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel bat der ukrainische Premier Arsenij Jazenjuk um mehr Geld, bot die ukrainische Energieinfrastruktur zum Verkauf an und machte nochmal klar, wer der ewige Böse und Alleinschuldige in der Ukraine-Krise ist.

Der ukrainische Premierminister bedankte sich brav beim deutschen Steuerzahler und hob hervor, dass er die Unterstützung nicht als Geschenk ansehe, sondern dass alles zurückbezahlt werde, so wie das Geld vom Internationalen Währungsfond (IWF). Von den neun Milliarden seien, so "Jaz", wie er von seinen westlichen Verbündeten liebevoll genannt wird, "schon 14 Milliarden zurückbezahlt" [ Kein Übersetzungsfehler – Anm. d. Red.].

 

Zudem kündigte er an, dass ab jetzt alle Ausgaben transparent und verantwortungsvoll dokumentiert werden. Vermutlich so ähnlich wie im Falle des Verteidigungsbudgets, bei dem vor kurzem bemerkt wurde, dass 400 Millionen Dollar, ein Viertel des gesamten Militärhaushaltes entwendet worden sind.

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Nachdem er Frankreich sein Beileid für den gestrigen Terrorakt ausgesprochen hatte leitete er direkt auf den täglichen Terror in der Ukraine über und rief zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen den Terrorismus auf.

"Die schwierigen Reformen von 2014 sind in einem nicht-erklärten de facto Kriegszustand durchgeführt worden. Der wurde uns von Russland erklärt."

Hinsichtlich des neuen "Reformprogramms" betonte er:

"Die Reformen konzentrieren sich vor allem auf wirtschaftliche Fragen, wie die Verringerung der Defizite, die zeitweise Streichung einiger Sozialprogramme, Änderungen von Tarifen und Besteuerungen. Der Kampf gegen die Korruption geht weiter."

Zudem gab er bekannt, dass in Zusammen mit Deutschland es ein trilaterales Abkommen über Gaslieferungen geben wird. Statt russischem Gas bekommt die Ukraine nun Gas aus Europa und aus Deutschland. Der Kampf gegen die Korruption im Energiebereich liefe erfolgreich. Laut dem ukrainischen Premier gibt es „keine Vermittler und keine Milliarden, die in die Taschen der Oligarchen fließen:

"Wir arbeiten heute transparent und kaufen Gas mit offenen Verträgen von deutschen und europäischen Unternehmen."

Zur Frage der Lockerung der Sanktionen gegen Russland wurde von Merkel und Jazenjuk die Umsetzung des Minsker-Abkommens eingefordert. Das Energieproblem habe man laut Jazenjuk nun mit dem europäischem und deutschem Gaslieferungen gelöst. Die ukrainische Infrastruktur dafür stehe übrigens zum Verkauf – europäische und vor allem deutsche Investoren seien mehr als willkommen um bis zu 49 Prozent der ukrainischen Gaspipelines zu erwerben.