Paris: Satiremagazin verschickte kurz vor Anschlag Tweet-Karrikatur über IS-Anführer Baghdadi

Quelle: Screenshot Twitter Charlie Hebdo
Quelle: Screenshot Twitter Charlie Hebdo
Zwölf Tote, darunter der Chefredakteur und drei Zeichner - so lautet die blutige Bilanz nachdem maskierte und bisher unbekannte Täter am heutigen Tag das französische Satire-Magazin "Charlie Hebdo" mit Kalaschnikows stürmten. Kurz zuvor hatte das Magazin einen satirischen Tweet über den IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi verschickt. Die Hintergründe der Täter sind trotz einiger Indizien jedoch nach wie vor unklar.

Um 11.30 Uhr stürmten den Vernehmungen nach zwei schwarz gekleidete Männer die Redaktion, zuvor streckten sie die Polizeipatrouille, die das Satire-Magazin wegen vorheriger Drohungen beschützen sollte, nieder. Dabei starben zwei Polizisten. In einer Stellungnahme verurteilte der französische Präsident Francois Hollande den Anschlag:

"Es ist ein barbarischer Angriff auf unsere Meinungsfreiheit und damit die demokratischen Werte unserer Republik."

Konkrete Informationen über die Hintergründe der Angreifer existieren noch nicht. Dennoch erhärten sich zunehmend Hinweise, dass die Zeitung, die schon mehrfach mit sehr weitgehender Islam-Satire aufgefallen ist, mutmaßlich von religiösen Fanatikern angegriffen wurde.

Es existiert zudem eine Video-Aufnahme auf denen die mutmaßlichen Täter "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") rufen.

Den letzten Tweet den die Redaktion vor dem Angriff absetzte, zeigte die Karikatur des Anführers des Islamischen Staates Abu Bakr al-Baghdadi bei seiner Neujahrsansprache und dem Wunsch "...und vor allem Gesundheit". Untertitelt war der Tweet mit den Worten:

"In der Tat, mit den besten Wünschen"

Unterdessen suchen 3.000 Polizisten und eine Spezialeinheit nach den noch flüchtigen Tätern.