"Wir wissen wer die Mörder sind" - Demo vor ukrainischer Botschaft in Berlin wegen Odessa-Massaker

"Wir wissen wer die Mörder sind“ - Demo vor ukrainischer Botschaft wegen Odessa-Massaker
"Wir wissen wer die Mörder sind“ - Demo vor ukrainischer Botschaft wegen Odessa-Massaker
Überlebende des Massakers haben die letzten Tage vor der ukrainischen Botschaft in Berlin demonstriert. Ihre Forderung: Strafverfolgung der Verantwortlichen für das Massaker von Odessa. Die Demonstranten verfügen über Foto- und Videobeweise mit Namen und aktuellen Funktionen der Täter. RT Deutsch sprach mit den Demonstranten und nennt die Namen und Hintergründe der bisher identifizierten Täter.

Die Plakate vor der ukrainischen Botschaft zeigen sowohl die Opfer als auch die Männer, die für die Ermordung von über 48 Odessanern am 2. Mai 2014 verantwortlich sein sollen. Angeklagt werden nicht die Hintermänner, sondern die ausführenden Kräfte. Beweise soll es für ihre Taten genug geben, Film- und Fotomaterial aber auch Augenzeugen und Überlebende des Brandes, die die Männer als Täter identifiziert haben.

Im Gespräch mit RT Deutsch erläutert einer der Demonstranten, Oleg Muzyka, wer die Männer sind, die an der Tötung der Personen im Gewerkschaftshaus beteiligt waren. Er nennt die Namen von Aleksej Gontscherenko, Sotnik Mikola, Andrej Jusow, Mark Gardienko, Sergej Guzaler und Sewa Gontscherewski.

 Die identifizierten Täter von Odessa - Quelle: Anna Schalimowa
Die identifizierten Täter von Odessa - Quelle: Anna Schalimowa

 

Während man in der westlichen Presse nach diesen Namen vergeblich sucht, sind sie in der Ukraine gut bekannt. Gontscharenko, zum Beispiel hat es richtig weit geschafft. Er zog gut plaziert auf der Liste des "Poroschenkos Blocks" in die Rada. Gestern noch Totschläger und heute schon Abgeordneter der Präsidentenpartei.

Sotnik Mikola, war Anhänger der Maidan-Bewegung und in Odessa einer der Anführer vor Ort. Momentan befindet er sich jedoch in medizinischer Behandlung in der Schweiz. Finanziert wird ihm der Aufenthalt von Igor Kolomoiski höchst persönlich, einem der reichsten Oligarchen der Ukraine. Mikola war sogar kurzzeitig festgenommen wurden, allerdings nur für zwei Tage. Er wurde dann entlassen mit der Begründung, es würde zwar stimmen, dass er auf das Gewerkschaftshaus geschossen hatte, aber Beweise dafür, dass er auch wirklich jemanden dabei erschossen habe, gäbe es keine.

Andrej Jusos ist Mitglied der von der CDU-nahen Adenauer-Stiftung unterstützten Partei Udar von Vitali Klitschko und rief bereits im Vorfeld des Massakers dazu auf, den  Kulekowa Pole-Platz in Odessa von den dort "versammelten Verrätern zu säubern".

Mark Gardienko führt eine faschistische Bewegung an.

Sergej Gazaler ist Anhänger einer ukrainischen, rechten Bruderschaft.

Und schliesslich Sewa Gontscherewskij. Auch bei ihm liegt ausreichend Foto und Filmmaterial vor, welches seine Teilnahme am Geschehen vor Ort belegt.

Die grünen Ärmel seines Shirts, welches er an diesem Tag trug, lassen ihn auf Fotos und Videos deutlich erkennen. Auf Videoaufnahmen sieht man, wie Menschen aus den Fenstern des brennenden Gewerkschaftshauses stürzen und Gontscherewskij auf jeden Einzelnen einschlägt bis der- oder diejenige sich nicht mehr rühren.

Weitere Personen waren an den Morden beteiligt, doch bisher konnten momentan nur diese sechs Personen eindeutig als Täter identifiziert werden.

Muzyka erläutert gegenüber RT Deutsch weiter:

"Bis zum heutigen Tage befinden sich im Isolationstrakt von Odessa über 100 Häftlinge, die den Brand überlebt haben. Und diese Menschen die eindeutig an den Morden unschuldiger Odessaner beteiligt waren, laufen bis heute in Odessa frei herum, als wäre niemals etwas passiert."
Abschließend resümiert er:
"Wir sind hier [in Berlin] und werden auch uns so lange bleiben, bis deutlich wird wie paradox sich die europäische Politik verhält. Hier werden faschistische Anschläge verurteilt, aber das was konkret heute in der Ukraine passiert, wird unter den Teppich gekehrt. Und das ist genau das was uns Sorgen bereitet. Es nährt sich das 70-jährige Jubiläum zum Ende des Zweiten Weltkrieges, und heute erleben wir im Land, wenn wir sehen, was gestern in Kiew, Mariopol und Odessa auf den Strassen los war, wie sich Geschichte wiederholt."
Die Kommissionen die sich mit der Aufklärung des Massakers von Odessa beschäftigt haben wurden aufgelöst, Konkrete Ergebnisse liegen angeblich nicht vor, das Gewerkschaftshaus wurde bereits wieder in Stand gesetzt. An das Unglück soll anscheinend nichts mehr erinnern.

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