Googles beliebteste Suchanfragen 2014: Deutschland „WM2014“ - Ukraine „Molotow-Cocktail“

Quelle: Ruptly
Quelle: Ruptly
Google hat seinen Jahresrückblick der weltweiten Suchanfragen veröffentlicht. Nach Ländern getrennt, kann man nachlesen, wonach im "Neuland" am meisten gesucht wurde.

Weltweit wurde dieses Jahr am meisten nach dem verstorbenen Schauspieler Robin Williams, dem Weltcup und Ebola gesucht.

Die braven Deutschen suchten vor allem nach der Fußball-WM, Michael Schumacher, den neuesten Handys und neuem Wohnraum.

In Russland suchten man vor allem nach ihrem eigenen sportlichen Höhepunkt in Sochi, der Schauspielerin Jeanna Friske und einer Fernsehserie namens Fizruk.

Die Ukrainer wiederum suchten vor allem nach Politikern und Schauspielern. Ganz vorn lag Yanukovych, auch Jeanna Friske und die Herren Poroshenko und Putin, dicht gefolgt von Robin Williams. Wie die Deutschen suchten auch sie nach neuen Handys, aber auch nach ganz speziellen Rezepten. Der beliebteste Suchbegriff war dabei das Rezept für „Molotow-Cocktails,“ im deutschen Sprachraum auch gern „Molly“ genannt.

"Wie baue ich einen Molotow-Cocktail?"

Anfang des Jahres wurden diese Brandflaschen großflächig auf dem Maidan eingesetzt, besonders von militanten Rechten. Die einfach herzustellenden Wurfgeschosse wurden vor allem gegen Polizisten und Gebäude eingesetzt.

 Angriffe auf die Polizei - Quelle: RT
Angriffe auf die Polizei - Quelle: RT

 

Vielleicht hätten sie dezenter nach dem „Rauch Haus Song“ von Ton Steine Scherben suchen sollen. Im Lied über das 1971 in Berlin besetzte Haus heißt es:

„Und vier Monate später stand in Springer's heißem Blatt, daß das Georg-von-Rauch-Haus eine Bombenwerkstatt hat. Und die deutlichen Beweise sind zehn leere Flaschen Wein und zehn leere Flaschen können schnell zehn Mollies sein.“

Allerdings war der Sänger Rio Reiser und seine Band eher der linken Szene zugehörig.

Der „Rauch-Haus-Song“ aus dem Jahre 1971 passt dann aber doch wieder zu den Maidan-Protesten in der Ukraine. Denn der Originaltext war ursprünglich: "Das ist unser Haus - wenn ihr Bombenleger sucht, schmeißt doch die Amis raus."

 

Oben: Eine Fotomontage, die auf Twitter veröffentlich wurde: der Unabhängigkeitsplatz vor und nach den Protesten.