Exklusiv-Interview mit Gorbatschow: "Die USA sind Sklaven ihrer eigenen Politik"

Quelle: RT
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Der ehemalige sowjetische Staatspräsident Michael Gorbatschow hat im exklusiven RT-Interview mit der Journalisten Sophie Schewardnadse über den neuen Kalten-Krieg gesprochen. Seiner Ansicht nach benötigen die USA Reformen, die denen innerhalb der Perestroika in der Sowjetunion ähneln. Die USA würden sonst immer einen Feind benötigen und blieben "Sklaven ihrer eigenen Politik". Wir zeigen das gesamte Interview in deutscher Übersetzung.

Für den Friedensnobelpreisträger Gorbatschow ist die Notwendigkeit von politischen und wirtschaftlichen Reformen in den Vereinigten Staaten nicht von der Hand zu weisen:

"Die USA benötigen eine Perestroika" (Russisch für  Umstrukturierung und galt in den 1980er Jahren als einer der Leitbegriffe für die von Gorbatschow angestoßenen Reformversuche).
Seiner Ansicht nach ist die amerikanische Bevölkerung nicht an Krieg interessiert, jedoch sei es schwierig für sie, ihre Interessen innerhalb einer Klassengesellschaft wie der US-amerikanischen durchzusetzen.

Spannungen und Instabilitäten werden nach Meinung des 83-jährigen bewusst von der US-Regierung provoziert, um später Gründe zu haben in Konflikte militärisch eingreifen zu können:

"Um ihre alterprobte Politik der Druckerzeugung aufgreifen zu können, wird immer ein neuer Feind benötigt. Sie können ohne dieses bekannte politische Format nicht existieren, sie sind Sklaven ihrer eigenen Politik."

"Mit dieser Politik bin ich aufgrund meiner eigenen politischen Erfahrungen sehr vertraut", betonte Gorbatschow im weiteren Verlauf des Interviews. Mit seinen Appellen an die westlichen und russischen Führungskräfte, die Welt nicht in einen erneuten Kalten Krieg zu katapultieren, rückte der frühere sowjetische Staatschef seit einigen Monaten wieder verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit.

Bezüglich des Konflikts in der Ukraine erklärte er, wäre die Situation ähnlich zu interpretieren. So seien die USA wieder auf der Suche nach einem "Vorwand", denn erneut bräuchten sie ein neues Feindbild und so werden sie laut seinen Worten "ihr politisches Verhaltensmuster erneut wiederholen".

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