Russland nimmt wieder Gaslieferungen in die Ukraine auf

Quelle: Ruptly
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Nach mehreren Monaten feindseliger Politik gegen Russland und Krieges gegen die eigene Bevölkerung wird der Kiewer-Regierung zunehmend bewusst, dass der ukrainische Nationalismus keine warmen Wohnstuben schafft. Russland hat sich nun bereit erklärt, dem Nachbarland mit umfangreichen Erdgaslieferungen auszuhelfen.

Nach einer sechsmonatigen Lieferpause erhielt die Ukraine am Dienstag erstmals wieder Energielieferungen aus Sibirien. Ein Sprecher des Kiewer Unternehmens Ukrtransgaz, einer Tochtergesellschaft der Staatsfirma Naftogaz, bestätigte, dass die Ukraine insgesamt 43,5 Millionen Kubikmeter Erdgas von Moskau erhalten werde.

"Seit Dienstag importiert Ukrtransgaz wieder Erdgas aus Russland. […] Das Gas wird importiert, um die täglichen Bedürfnisse der Bürger gewährleisten zu können", so Unternehmenssprecher Maksim Bielawsky. Der russische Energieriese Gazprom bestätigte das Entgegenkommen Moskaus.

Die Lieferungen sollten ursprünglich erst wieder am 11. Dezember aufgenommen werden, jedoch bat Naftogaz in Moskau darum, die wichtigen Erdgasströme gen Ukraine früher anlaufen zu lassen als bisher geplant, berichtete die Nachrichtenagentur ITAR-TASS.

Kiew, das in diesem Jahr einen recht frühen Wintereinbruch erlebte, hat infolge des Bürgerkrieges gegen die Volksmilizen im Osten des Landes Zugang zu den landeseigenen Energieressourcen verloren, so dass die Abhängigkeit von russischen Energieträgern, wie Erdgas, Kohle und Elektrizität, für die Ukraine umso stärker wird.

Gazprom bestätigte am Sonntag, dass der ukrainische Gasimporteur Naftogaz rund 378 Millionen Euro für die Lieferung von einer Milliarde Kubikmeter russischen Erdgases überwiesen hat.

Am 16. Juni dieses Jahres drehten, internationalen Handelsbedingungen entsprechend, russische Energiekonzerne die Pipelinehähne in die Ukraine noch ab, weil die Putschregierung in Kiew es auch nach mehrmaligen Aufforderungen versäumte, ihre milliardenschweren Schulden vor allem bei Gazprom zu begleichen. Das weltweit größte Erdgasförderunternehmen fühlte sich mangels politischer Stabilität und fehlendem Handelsschutz dazu genötigt, Zahlungen auf Vorkasse zu verlangen.

Auch geht der Ukraine allmählich die Kohlevorräte aus. Laut offiziellen Angaben vom 5. Dezember benötigt das Land circa drei Millionen Tonnen Kohle, um durch den Winter zu kommen. Die verfügbaren Kohlereserven beschränken sich aber auf maximal 1,4 Millionen Tonnen.

Die ostukrainische Region des Donbass, die 90 Prozent aller Bergwerke des Landes umfasst, wird jedoch seit der Machtübernahme in Kiew durch teils ultra-rechte und nationalistische Kräfte wirtschaftlich ausgetrocknet. So wurden die Bergwerke mit Beginn des sogenannten "Anti-Terrorkampfes" durch die Zentralregierung gegen die russische Minderheit vor Ort geschlossen.

Erst kürzlich schlug auch ein Kohle-Deal mit Südafrika fehl. Die Regierung in Pretoria ließ bezüglich der Zahlungsmodalitäten und Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit nicht mit sich handeln. Schließlich lieferte Russland der Poroschenko-Regierung letzte Woche 50.000 Tonnen Kohle aus eigenen Beständen.

Kohle wird in der Ukraine nicht nur dazu verwendet Häuser entsprechend zu beheizen, sondern auch um Elektrizität zu generieren. Fast 40 Prozent des ukrainischen Stroms werden aus Kohle erzeugt. Die Ukraine lebt am Limit des energiepolitisch Möglichen und droht jederzeit zu finanziell zu kollabieren – wenn die EU nicht wieder einmal mit "Finanzspritzen" einspringt.

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