NATO: Manöver mit 40.000 Soldaten in Grenzregion zu Russland

NATO: Manöver mit 40.000 Soldaten in Grenzregion zu Russland
NATO: Manöver mit 40.000 Soldaten in Grenzregion zu Russland
Der deutsche Nato-Oberbefehlshaber für Nord- und Osteuropa, Viersternegeneral Hans-Lothar Domröse, plant NATO-Großmanöver in Grenznähe zu Russland. Er argumentiert: "Die Nato muss sich fit machen für eine mögliche Kriegsführung im 21. Jahrhundert".

„Wir haben bisher Großmanöver von 25.000 bis 40.000 Mann nur in den westlichen NATO-Ländern durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen“, zitiert das zu Springer gehörende Hamburger Abendblatt den verantwortliche NATO-Oberbefehlshaber für Nord- und Osteuropa, der deutsche Viersternegeneral Hans-Lothar Domröse.

Bereits Anfang 2015 wollen die 28 Mitgliedsländer demnach über neue militärische Maßnahmen entscheiden. „Wir werden eine Schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen, die aus etwa 5.000 bis 7.000 Mann besteht und die innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein kann", so der General weiter. Es werde also „ein mehrstufiger Prozess sein“.

Domröse betonte, dass die neue "Krisenwaffe des Westens" so schnell wie möglich einsetzbar sein soll. "Nach unseren Planungen soll die schnelle Eingreiftruppe im September 2015 am Großmanöver 'Trident Juncture' in Spanien, Italien und Portugal teilnehmen. Wenn alles planmäßig verläuft, kann die schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein."

In diesem Zusammenhang steht auch die Eingliederung einer niederländischen Fallschirmjägereinheit in die auf verdeckte Operationen und Aufstandsbekämpfung ausgerichtete "Division Schnelle Kräfte" (DSK) der Bundeswehr.  Als "effektives Kooperationsmodell" wird zudem das im niederländischen Eindhoven stationierte Europäische Lufttransportkommando (EATC) gelobt, über das zur Zeit auch Domröse die Befehlsgewalt ausübt. Für die Bundeswehr stellt das EATC nach eigenem Bekunden eine deutliche Erweiterung ihres "Operationsradius" dar - schließlich verfüge man jetzt über Stützpunkte "von der Ostsee bis fast nach Gibraltar". 

Dieser deutsche und europäische Militarismus 2.0 hat natürlich seinen Preis. Die hohe Einsatzbereitschaft der Nato-Kräfte wird "viel Geld" kosten. "Die Truppe muss bestens ausgerüstet und trainiert sein, und sie muss in Dauerbereitschaft sein, auch an den Wochenenden. Das ist nicht billig, es werden hohe Investitionen in die Verteidigungsbereitschaft der Nato nötig sein", so der Viersterne- General. 

Und weiter: "Die Nato muss sich fit machen für eine mögliche Kriegsführung im 21. Jahrhundert". Kalter-Krieg scheint der NATO nicht zu reichen.