US-Autor Bellant: USA unterstützen Neonazis in der Ukraine

Ruptly
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Der Aufstieg der ukrainischen Nazipartei bis ins Parlament wurde offenen Auges vom Westen, vor allem den USA, unterstützt. Das behauptet der amerikanische Schriftsteller und Historiker Russ Bellant im Gespräch mit RIA Novosti.

Der Autor des Buches „Old Nazis, New Right and the Republican Party“ – zu Deutsch “Alte Nazis, Neue Rechte und die Republikanische Partei” beobachtet die aktuellen Vorgänge mit Sorge:

„Noch vor kurzem haben die Ukrainer den 28. Oktober als Tag der Befreiung der Ukraine von den Nazi-Besatzern begangen. Aber die neuen Behörden schafften diesen Feiertag ab. Und Präsident Pjotr Poroschenko stiftete ein neues Fest – den Tag des Verteidigers der Ukraine (14. Oktober). An diesem Tag war 1942 die Ukrainische Aufständische Armee UPA gegründet worden.“

Die Änderung dieses antifaschistischen Feiertages in einen pro-nazistischen wäre unter Druck von großangelegten Aktionen aus der Feder der Parteien Swoboda und Rechter Sektor gemacht worden. Beide Parteien wären Erben der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) mit ihrem Anführer Stepan Bandera. Bellant mahnte, dass die UPA als bewaffneter Flügel der OUN 100.000 Polen getötet und den Nazis bei der Vernichtung von 1,5 Millionen Juden geholfen hatte.

„Und diese Parteien sind Teil der Regierungskoalition, die die Westukraine kontrolliert – das ist der schockierende Aspekt der Annäherung an Massenmörder aus der UPA. Die US-Botschaft (in Kiew) hatte zur Bildung dieses Regimes aktiv beigetragen. Dabei gehören Neonazis zur Nationalgarde und einigen anderen bewaffneten Formationen der Ukraine.“

Laut Bellant übersehen die westlichen Diplomaten die historischen Wurzeln großzügig, weil diese Gruppierungen eher bereit sind, in der Ostukraine hart im amerikanischen Sinne durchzugreifen. Er erinnerte seine Landsleute daran, dass ihre Regierung unter Trumann schon direkt nach dem Zweiten Weltkrieg mit den ukrainischen Nazis zusammengearbeitet und ihnen Jobs als Spione und Saboteure gegeben hatte.

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