Palästina: IDF nimmt geistig behinderten Jungen fest

Screenshot: B'Tselem
Screenshot: B'Tselem
Ein Video zeigt wie israelische Soldaten einen geistig zurückgeblieben 11-jährigen Palästinenser am vergangenen Sonntag misshandeln. Menschenrechtsorganisationen kritisierten das gewaltsame Vorgehen scharf.

Das Video, aufgenommen von einem Mitarbeiter der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem, dokumentiert, wie israelische Soldaten nahe der jüdischen Siedlung Kriyat Arba, den 11-jährigen  gewaltsam gegen ein Militärwagen drücken, ihm Handschellen und Augenbinde anlegen. Nach Aussagen seines Vaters ist der Junge „geistig behindert und kann nicht sprechen.“

Auf dem Video ist ebenfalls zu sehen, wie die anwesenden Siedler das Vorgehen der Soldaten beklatschen und bejubeln.

Die völkerrechtlich illegale Siedlung, deren Bewohner als sehr radikal gelten, befindet sich in den Außenbezirken von Hebron, im von Israel besetzten Westjordanland. Erst im Juli hatte der Rabbi von Kiryat Arba verkündet, dass es völlig zulässig sei, palästinensische Zivilisten zu töten und Gaza zu zerstören.

Nach Angaben der Times of Israel, waren die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) zuvor gerufen wurden, weil angeblich zwei Palästinenser Steine auf vorbeifahrende Autos geworfen hatten.

Die Electronic Intifada, ein Medienportal zu Palästina, betont, dass Steinewerfen eine „Form des gemeinschaftlichen Protestes und Widerstandes“ ist, gleichzeitig aber auch der Vorwurf des Steinewerfens genutzt wird, um „junge Palästinenser unter diesem Vorwand festzunehmen und einschüchtern zu können, um so an Information und Informanten zu kommen.“

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