Saint Louis: Schwarzer Teenager von Polizei mit 17 Kugeln erschossen

Quelle: Ruptly
Quelle: Ruptly
Ein Polizist in St. Louis, Missouri hat außerhalb seiner Dienstzeit einen Mann erschossen, nachdem er ihn durch die Nachbarschaft gejagt hatte. Anwohner demonstrierten mit Sprechchören gegen diesen erneuten Fall von Polizeiwillkür.

Der Tote ist ein 18 Jahre junger Afro-Amerikaner. Er soll vorher mindestens drei Schüsse auf den Polizisten abgefeuert haben, sagte der Chef der St. Louis Metropolitan Polizei Sam Dotson bei einer Pressekonferenz. Die Polizei berichtet, sie hätten am Tatort eine 9mm-Pistole gefunden.

Der 32-jährige Polizist war für seinen Zweitjob als privater Sicherheitsmann unterwegs. Er ist seit sechs Jahren bei der St. Louis Polizei.

St. Louis Polizeichef Sam Dotson's sagte Reportern, dass der Polizeibeamte auf drei Männer zufuhr um sie zu befragen. „Als er im Auto auf sie zu fuhr, liefen die Herren weg. Er folgte ihnen und verließ das Auto um ihnen in einen Korridor zu folgen. Der Polizeibeamte ging auf sie zu, es kam zu einer Rangelei, in der der Kapuzenpulli des jungen Mannes ausgezogen wurde. Der junge Mann sei weiterrannt, zog seine Waffe und schoss dreimal auf den Polizisten. Der Polizist schoss in Notwehr zurück. Der junge Mann ist leider verstorben.“ so Dotson. Es werde eine gründliche Untersuchung des Vorfalls geben.

Zeugen des Vorfalls erzählten anwesenden Reportern, dass der Verdächtige keine Waffe bei sich trug. Mehrere Menschen sagten zudem, er wäre nur mit einem Sandwich bewaffnet gewesen und dass insgesamt 16 Mal auf ihn geschossen wurden war.

Die Einwohnerin Teyonna Myers, 23, sagte der Verdächtige wäre ihr Cousin Vonderrick Myers Jr. und er sei unbewaffnet gewesen: „Er hatte ein Sandwich in seiner Hand, und sie dachten es wäre eine Waffe. Es ist genau wie bei Michael Brown.“ Ein weiterer Verwandter von Myers berichtete, dass man den jungen Mann mit Elektroschockern angegriffen hatte, bevor man ihn erschoss.

Die Sorge ist nun groß, dass diese Tötung durch einen Polizisten zu weiteren Unruhen in St. Louis führen wird. Unter den Sprechchören der Demonstranten waren auch Aufrufe sich zu verteidigen und zurückzuschlagen. Der Polizeichef Sam Dotson sagte Reportern, dass während der Demonstration auf der Grand Avenue im Stadtbezirk Shaw diverse Polizeiautos beschädigt wurden.

Wie schon beim Fall Michael Brown vor zwei Monaten in Ferguson, einer Nachbarstadt von St. Louis, war der Verdächtige ein Afro-Amerikaner und der Täter ein weißer Polizist. Damals wurden durch den Tod heftige Proteste gegen die Polizei ausgelöst, da man ihnen vorwarf übertriebene Gewalt anzuwenden. Brown war unbewaffnet und sein Tod hatte eine nationale Debatte zum Verhalten der Polizei ausgelöst.

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Neben dem Vorwurf des latenten Rassismus stellt sich die Frage, warum Polizisten einen Zweitjob ausüben müssen. Verdienen sie nicht ausreichend? Spielen sie Selbstjustiz?

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