US-Vizepräsident Joe Biden spricht Klartext: "Wir haben Europa zu den Russlandsanktionen gezwungen"

Quelle: Ruptly
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US-Vize Präsident Joe Biden sprach in einer Rede am 3. Oktober vor Studenten der Harvard-Universität Klartext und zeigte, was er wirklich von seinen "europäischen Verbündeten" hält. Nämlich nichts.

Bezug nehmend auf die Krise in der Ukraine und die „Strafsanktionen“ der EU sagte er ganz unverblümt:

„Es stimmt, dass sie [die EU] dies nicht wollten. Aber die amerikanische Führung und der Präsident der Vereinigten Staaten haben darauf bestanden, haben Europa dazu genötigt wirtschaftliche Nachteile hinzunehmen.“

Dass es Washington weit leichter fällt als der EU, Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu beschließen, steht außer Frage. Schließlich sind die USA nicht das krisengeplagte Spanien, das bisher geschätzte 337 Millionen Euro an Agrarverkäufen nach Russland verloren hat. Sie sind auch nicht Italien dessen Verluste sich mittlerweile auf Grund der Sanktionen auf über eine Milliarde Euro summieren.

Die Verächtlichkeit, die aus Bidens Worten spricht, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da sagt ein US-Vize Präsident mit einem zynischen Lächeln, die „EU-Waschlappen“ wollten eigentlich gar keine Sanktionen gegen Russland, aber die US-Regierung hat sie einfach dazu gezwungen. Und die Reaktion in Europa? Aufschreie in den Leitartikeln der führenden Printmedien? Genauso Fehlanzeige wie irgendwelche politischen oder diplomatischen Konsequenzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wendet ihre effektivste politische Waffe an. Sie schweigt, wie der ganze Rest Europas.

Dass die Aussagen Bidens in keiner Weise kritisch kommentiert wurden und damit die USA weiter an der Sanktions- und Eskalationsspirale drehen können, der die EU brav folgt, lässt nichts Gutes ahnen für das Verhältnis der EU mit Russland und der wirtschaftlichen Situation auf unserem Kontinent. Von der Friedensfrage ganz zu schweigen.

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