WikiLeaks veröffentlicht zweite Tranche der E-Mails von CIA-Chef Brennan: "Wenn wir weitermachen wie bisher, werden wir scheitern"

CIA-Chef John Brennan. Quelle: Dainomite, gemeinfrei
CIA-Chef John Brennan. Quelle: Dainomite, gemeinfrei
Die Leakingplattform WikiLeaks hat eine zweite Tranche privater E-Mails von CIA-Chef John Brennan veröffentlicht. Zuvor hatte sich ein jugendlicher Hacker mit sozialen Manipulationsmethoden der Daten bemächtigt. Die Dokumente geben unter anderem Einblick in die US-Foltermethoden und die Sichtweise der US-Regierung auf Afghanistan und Pakistan.

Das erste Paket an veröffentlichten E-Mails aus dem Privataccount von CIA-Direktor John Brennan gab umfangreiche Einblicke in die Taktiken, die führende US-Beamte und Politiker angewendet hatten, um illegale Foltermethoden an Gefangenen durchzusetzen. Außerdem befanden sich unter den Dokumenten Berichte über Afghanistan und Überlegungen zur US-Politik in Bezug auf Iran.

Die neueste Veröffentlichung enthält neben Brennans Adressbuch auch eine vollständige Version des Dokuments 'Executive summary of key findings and recommendations on Afghanistan and Pakistan’, wovon zuvor schon einige Seiten zirkulierten.

Der Bericht stammt aus dem Jahr 2008, wurde von einer Gruppe Senats-Analysten erstellt und enthält ein Memo von Louis Tucker, Mitglied des Geheimdienstausschusses des Senats und Vize-Obmann Christopher Bond.

Besonders heikel ist darin die Feststellung: "Wenn wir weitermachen wie bisher, werden wir scheitern." Der Bericht merkt auch an, dass es nach dem Afghanistan-Krieg völlig an einer Strategie gefehlt hat, um das Land nach dem Angriff nachhaltig zu stabilisieren.

Die Dokumente wurden als E-Mail-Anhang versendet und wurden am 12. Oktober von einem jugendlichen Hacker aus Brennans privatem AOL-Postfach entwendet.

Laut der New York Post wendete der findige Hacker dabei soziale Manipulationsmethoden an, um an persönliche Informationen von Brennan zu gelangen. So gab sich der Hacker beispielsweise als Mitarbeiter des Telekommunikationsunternehmen Verizon aus und auch als Brennan selbst. So gelang es dem Jugendlichen eine Zurücksetzung des Passworts zu bewirken und sich des Accounts zu bemächtigen.

Auf Twitter nennt der Jugendliche sich "cracka" und sagt er sei Teil der Gruppe "Crackas With Attitude", eine Anspielung auf die frühere Gangster-Rap-Crew "Niggaz Wit Attitudes". In einem der Tweets behauptet "cracka" erst 13 Jahre alt zu sein. Außerdem beschreibt er sich als nicht-muslimischer Palästina-Sympathisant. Mittlerweile wurde der Twitter-Account jedoch gesperrt.

Ähnlich wie seine Vorbilder von N.W.A hat nun auch "cracka" Ärger mit dem FBI zu erwarten. Die Gangster-Rapper um Eazy-E und Dr. Dre wurden 1988 wegen ihrem Song "Fuck the Police" von den Federals verfolgt:

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