Medienanalyse: Mainstream auf dem absteigenden Ast - Ränder mit Zuwachs

Medienanalyse: Mainstream auf dem absteigenden Ast - Ränder mit Zuwachs
Während BILD, Die Welt, FAZ und Der Spiegel mit rapide sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen haben, verzeichnen explizit linke und rechte Wochenzeitungen Zulauf, so die neuen Zahlen der IVW für das 3. Quartal 2015.

Der Abwärtstrend für die großen deutschen Tageszeitungen und Politik-Magazine setzt sich fort. Die drei großen Verlierer bei den Tageszeitungen sind BILD, Die Welt und FAZ. Laut aktueller Analyse der IVW verkaufte die BILD im dritten Quartal dieses Jahres nur noch knapp 2,1 Mio. Exemplare, das sind 227.000 Exemplare weniger als im Vorjahr. Ein Minus von 9,8 Prozent. Weitaus deutlicher gehen die Zahlen bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zurück. Mit einem Verlust von 41.000 Exemplaren büßte diese Tageszeitung 13,4 Prozent ein. Die Welt (inkl. Welt Kompakt) verliert 10.200 (-5,1 Prozent) und kommt nur noch auf eine tägliche Auflage von 192.396 Exemplaren.

Die sinkenden Verkaufszahlen treffen auch die wöchentlich erscheinenden Politik-Magazine. So verzeichnet Der Spiegel ein Minus von knapp 37.000 Exemplaren (-5,5 Prozent) und kommt nur noch auf eine verkaufte Auflage von rund 635.000 Heften. Weitaus dramatischer ist der Rückgang beim Stern: 412.737 Printmagazine bedeuten ein Minus von 38.816 Stück oder 8,6 Prozent. Der Focus verliert mit 8.058 Stück oder 3,0 Prozent etwas weniger als seine Mitbewerber und verkauft nur noch 258.485 Magazine pro Woche.

Foto: pk210 / Flickr / CC-BY-SA-2.0

Die klaren Gewinner sind die etwas kleineren Wochenzeitungen. Die als rechts verortete Junge Freiheit legt 6,5 Prozent zu und kommt auf eine wöchentliche Auflage von 17.509 Exemplare. Mit 14.867 verkauften Exemplaren legt die linke Wochenzeitung der Freitag um 11,0 Prozent zu.

Die zunehmende Polarisierung zwischen rechten und linken Ansichten und ein Abrücken von der „politischen Mitte“ schlägt sich auch auf dem Nachrichtenmarkt nieder. Zu den großen Verlierern zählen die Printausgaben der großen überregionalen Tageszeitungen und Politikmagazine. Immer mehr Menschen, welche mit der derzeitigen Art der medialen Berichterstattungen, beispielsweise zu Syrien und Russland nicht einverstanden sind, informieren sich verstärkt im Internet.