Die Eurasische Wirtschaftsunion – Welches Potenzial steht dahinter?

Ausbreitung der Eurasischen Wirtschaftsunion - Quelle: JCRules
Ausbreitung der Eurasischen Wirtschaftsunion - Quelle: JCRules
Am 14. Oktober hat der russische Außenminister Sergej Lawrow bei seiner Rede vor der Duma hervorgehoben, wie wichtig für Russland die Eurasische Wirtschaftsunion (EWU) ist. Am heutigen Donnerstag spricht der russische Präsident Wladimir Putin in Kasachstan mit seinem Amtskollegen Nursultan Nasarbajew über die Intensivierung der bestehenden Wirtschaftsbeziehungen – auch und gerade im Rahmen der EWU.

Die EWU ging 2015 aus der Zollunion von Russland, Kasachstan und Belarus hervor. Später traten auch Kirgistan und Armenien bei. Mit einer Fläche von 20.229.248 Quadratkilometer, auf der 181,1 Millionen Menschen leben und 3.915 Milliarden US-Dollar des weltweiten BIP erwirtschaften, ist es die flächengrößte Wirtschaftsunion der Welt.

Eurasische Wirtschaftsunion wächst – Verhandlungen mit China, Indien und Türkei

In Europa wahrgenommen als ein Mittel „russischer imperialer Bestrebungen“ bietet sie ihren Mitgliedern aber signifikante wirtschaftlichen Privilegien und Vorteile: gemeinsame Außenzolltarife, Abschaffung interner Zollkontrollen und eine supranationale Einrichtung, die Zollfragen entscheidet und reguliert. Gerade im Bereich der Rohstoffgewinnung und –lieferung ermöglicht die Union allen Partnern eine engere und erleichterte Zusammenarbeit. So soll bis 2019 ein gemeinsamer Energiemarkt geschaffen werden, bis 2025 ein gemeinsamer Öl- und Gasmarkt sowie die Grundlagen für einen gemeinsamen Finanzmarkt.

Noch vereinigt die EWU nicht die produktionsstärksten Länder, aber es sind die mitunter rohstoffreichsten. Betrachtet man auch die Ausdehnung der Union, wird sehr schnell das darin bestehende wirtschaftliche Potenzial deutlich.

Quelle: www.imgbase.info

Es ist also nicht verwunderlich, dass bereits Gespräche über Freihandelsabkommen mit China, Indien, Iran und der Türkei stattfinden. Sogar die Bundeskanzlerin hat beim Weltwirtschaftsforum 2015 in Davos Interesse an einem Abkommen im Sinne „von Lissabon bis Wladiwostok“ geäußert unter der Voraussetzung einer friedlichen Lösung der Ukrainekrise. Die deutsche Wirtschaft befürwortet und unterstützt schon seit Jahren diese Idee. Laut Cordes, dem Chef des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft, ist ein stabiles und prosperierendes Europa nur mit Russland möglich -, „gegen Russland ist es praktisch unmöglich“.