Sanktionen gegen Russland kosten ExxonMobil Milliardenauftrag

Sanktions-Amoklauf kostet ExxonMobil Milliardenauftrag
Sanktions-Amoklauf kostet ExxonMobil Milliardenauftrag
In der kommenden Woche wird sich entscheiden, ob die EU weiterhin an ihren Sanktionen gegen Russland festhalten wird. Dann wird die EU über die Umsetzung des vor allem auf Grund des russischen Einsatzes zustande gekommenen Friedensplans für die Ukraine beraten und, so möglicherweise entscheiden, ob die Russland-Sanktionen gemildert oder sogar aufgehoben werden könnten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte in der Vorwoche während ihrer Rede im Rahmen einer Festveranstaltung zum Tag der Deutschen Industrie, dass der Waffenstillstand in der Ostukraine insgesamt eingehalten werde und dass bei der Deeskalation in den Gebieten Donezk und Lugansk gewisse Fortschritte gemacht worden seien. Auch die Regelung des russisch-ukrainischen Gasstreits begrüßte sie.

Ganz anders klang sie hingegen wiederum am Montag nach einem Treffen mit dem finnischen Ministerpräsidenten Alexander Stubb in Berlin. Hier zitiert die dpa die Kanzlerin dahingehend, dass man von einer Aufhebung der Sanktionen „leider sehr weit entfernt“ wäre.

Der Druck auf Moskau solle fortgesetzt werden, um eine Verbesserung der Lage in der Ukraine zu erzwingen. Die Lage in der Ostukraine sei „alles andere als zufriedenstellend“. Notwendig seien hier ein Waffenstillstand sowie von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwachte freie Wahlen in Abstimmung mit der Ukraine.

Unterdessen musste sich ExxonMobil angesichts der gegen Russland verhängten Sanktionen, aus einem gemeinsamen Bohrprojekt mit Rosneft in der Arktis zurückziehen.

Dort war das russische Ölunternehmen nach eigenen Angaben im russischen Teil der Arktis auf Öl gestoßen. Auf Grund dieses Fundes sollen nun in der Karasee Explorationen durchgeführt werden. Rosneft-Chef Igor Sechin spricht von einem möglichen „Milliarden Barrel“-Fund. Während ExxonMobil bis Mitte Oktober sein Personal abgezogen haben dürfte, will Russland den ausgefallenen westlichen Partner nun durch einen aus Asien ersetzen.

Die USA hatten Sanktionen gegen führende russische Energiekonzerne verhängt, darunter auch Rosneft. US-Firmen dürfen diese deshalb nicht bei bestimmten Fördervorhaben unterstützen, etwa in der Arktis und bei der Suche nach Schiefergasvorkommen. Nun freuen sich Unternehmen aus anderen Ländern über diese Option.