Türkischer Premier Davutoğlu: Kein Interessenskonflikt zwischen Türkei und Russland in Syrien

Quelle: Büro des türkischen Premierministers
Quelle: Büro des türkischen Premierministers
Ankara und Moskau haben keinen Interessenskonflikt in Syrien, sagte der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu am Mittwoch. Er kommentierte mit dieser Aussage den jüngsten Zwischenfall zwischen beiden Staaten, als ein russischer Kampfjet am Wochenende für wenige Sekunden den türkischen Luftraum verletzte.

Trotz der beschwichtigenden Worte forderte der türkische Premier, dass „Russland unsere Anliegen berücksichtigen“ müsse. Die Türkei gehört zu den schärfsten Gegnern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Seit Anfang des Bürgerkrieges im Jahr 2011 unterstützt Ankara eine Reihe von syrischen Rebellenformationen, darunter FSA- und Turkmenen-Milizen sowie die weithin salafistisch geprägte und in den Provinzen Idlib, Latakia und Aleppo operierende Organisation Ahrar al-Scham.

Quelle: SANA

„Wir sind befreundet mit und Nachbarn von Russland, aber die Türkei kann die Sicherheitsfragen entlang ihrer Grenzen nicht ignorieren“, wurde Davutoğlu von der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti zitiert.

Er hofft zudem, dass die Syrien-Krise nicht zu einem russisch-türkischen Konflikt ausarte. Schließlich unterstellte der Premier, dass Russland auch andere Milizen als den selbsternannten „Islamischen Staat“ angreife, darunter welche, die vermutlich auch von der Türkei selbst gefördert werden. Davutoğlu bemerkte:

„Die Angriffe gegen die moderate syrische Opposition wird den IS nur stärken.“