Westmedien: „Kein IS wo der Russe bombt“ – Nur vorletzte Woche massakrierte er dort 10 Homosexuelle

Mutmaßliche Exekution durch den IS - Quelle: RI
Mutmaßliche Exekution durch den IS - Quelle: RI
Seit die russischen Luftstreitkräfte am 30. September begannen, Angriffe gegen Stellungen des selbsternannten „Islamischen Staates“ zu fliegen, ging ein Aufschrei durch die westlichen Medien. Russland würde Gegenden wie beispielsweise in der Region um Homs bombardieren, in denen es gar keinen IS gäbe, hieß es unisono bei BBC, Bild, Spiegel und New York Times. Eigenartig nur, dass eine Woche zuvor westliche Nachrichtenagenturen Meldungen zu IS-Massakern just aus diesen Gebieten verbreiteten.

Unter anderem die Nachrichtenagentur AFP vermeldete noch am 21. September, mit Verweis auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte:

„Der Islamische Staat tötete sieben Männer in Rastan, einer Stadt in der Provinz Homs, nachdem er diese angeklagt hatte, homosexuell zu sein. Der IS exekutierte aus demselben Grund zwei Männer und einen Jungen in Hreitan, in der nördlichen Provinz Aleppo.“

Und was schrieb neun Tage später der gesamte westliche Mainstream, nachdem die russischen Suchoi ihre erste Angriffswelle geflogen hatten?

Quelle: Screenshot Twitter

BBC: "Russische Kampfflugzeuge bombardierten mehrere Städte in der Provinz von Homs, Zafraneh, Talbiseh und Rastan. Die Angriffe führten zu 36 Toten, darunter eine Anzahl von Kindern. Keiner der Gebiete ist unter Kontrolle des IS."

New York Times: "Amerikanische Beamte erklärten, russische Kampfflugzeuge und Helikopter hätten Bomben im Norden der Provinz von Homs abgeworfen, wo es de facto keine Anhänger des Islamischen Staates gibt."

Die Zeit: "Fraglich ist, ob die Luftangriffe tatsächlich nur IS-Stellungen zum Ziel haben. […]. In der US-Regierung wird dies angezweifelt. Sprecher aus Washington bestätigten, die Angriffe hätten Homs gegolten– einer Gegend, in der syrische Oppositionsgruppen, nicht jedoch der IS operiert."

Spiegel: "Augenzeugen in Syrien sprachen von Bombenangriffen russischer und syrischer Kampfjets auf die Kleinstadt Talbiseh in unmittelbarer Nähe der Stadt Homs. Kämpfer des "Islamische Staats" wird man in dieser Region kaum finden, wohl aber verschiedene syrische Rebellengruppen."

Bild: "Auch in den Provinzen Homs und Idlib kam es seit Mittwochmittag zu schweren Angriffen auf Städte und Dörfer, die von der syrischen Opposition gehalten werden. Die am schwersten getroffenen Städte befinden sich 13 und 20 Kilometer nördlich von Homs. Die nächsten von ISIS gehaltenen Orte befinden sich circa 40 Kilometer östlich der Großstadt." [Anmerkung der  RT Deutsch Redaktion: Rastan, die Stadt auf die sich die AFP-Meldung über den IS bezog, liegt 25 Kilometer von Homs entfernt].

Insgesamt ist es auffallend, wie in der westlichen Berichterstattung, von einem auf den anderen Tag, der zunächst omnipräsente IS à la „Islamischer Staat kontrolliert 50 Prozent des syrischen Staatsgebietes“, plötzlich, zumindest wenn man westlichen Medienberichten folgt, kaum noch in Syrien aufzufinden ist und nur noch „gemäßigte Rebellen“, das Terrain zu dominieren scheinen.

 

 

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