Russland warnt vor medialen Manipulationen im Zusammenhang mit seiner Syrien-Operation

Quelle: Screenshot Twitter
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Maria Zacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat im Rahmen einer Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass derzeit Bilder von angeblichen zivilen Opfern russischer Luftschläge kursieren. Die Aufnahmen stammen jedoch aus der vergangenen Woche. Ebenso machte sie darauf aufmerksam, dass Medien bereits von "ersten Opfern russischer Luftangriffe" sprachen, bevor überhaupt die ersten russischen Flugzeuge gestartet waren. „Das alles ist Teil eines Informationskrieges, von dem wir schon so oft gehört haben“, führte sie abschließend aus.

„Russland hatte noch nicht einmal mit seinen Operationen gegen den Islamischen Staat begonnen und der russische Außenminister hatte noch nicht mal ein Wort bei der UN-Generalversammlung ergriffen, schon tauchten Berichte über Zivilisten auf, die durch russische Operationen getötet wurden“, erläuterte Maria Zacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, gegenüber Medien.

„Das alles ist Teil eines Informationskrieges, von dem wir schon so oft gehört haben“, führte sie weiter aus.

Zacharowa sagte, sie sei von der Geschwindigkeit der „Info-Injektionen“, wie sie es nannte, in den sozialen Netzwerken, wie beispielsweise kursierende „Fotos von angeblichen Opfern“, überrascht gewesen, so etwa das Bild eines aus Häuser-Trümmern geretteten kleinen Jungen. Angeblich wurde der Junge gestern nach russischen Bombenschlägen auf Wohngebiete bei Homs durch einen moderaten Milizionär gerettet. Zahlreiche westliche Medien übernahmen dieses Bild unhinterfragt als Beweise für die vermeintliche russische Rücksichtslosigkeit im Bürgerkriegsland. Wie sich allerdings herausstellen sollte, kursierte die Abbildung bereits seit dem 25. September im Microbloggingdienst Twitter.

 Quelle: Twitter-Screenshots
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„Was kann ich dazu sagen? Wir alle wissen, wie solche Bilder gemacht werden“, sagte sie und wies auf den Hollywoodstreifen „Wag the Dog“ hin, in dem US-Medien von einem gefakten Krieg in Albanien berichten.

Die Sprecherin forderte westliche Medien dazu auf, sich für Informationen „den offiziellen Pressediensten im [russischen] Verteidigungsministerium zuzuwenden“, wenn es um russische Operationen in Syrien geht.

SU-24 im Einsatz - Quelle: RIA

Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums sagte, dass sich die Bombardierungsflüge nach ausführlichen Beobachtungsmissionen und vorsichtigen Verifizierungen durch die syrische Armee ereignet hätten. Er betonte, dass russische Jets in keinem Fall zivile Infrastruktur anzielten.

„Russische Kampfflugzeuge benutzten ihre Waffen nicht gegen die zivile Infrastruktur oder in ihrer Umgebung“, gab Konaschenkow an. Insgesamt wurden sieben Ziele, darunter solche in den Städten Homs und Hama, bombardiert.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass anstelle von IS-Milizen so genannte „moderate Rebellen“ in der Provinz Homs bombardiert worden wären. Die Agentur zitierte den Vorsitzenden der Nationalen Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte, Khaled Khodscha, welcher angab, dass bei dem Angriff mindestens 36 Zivilisten gestorben wären. Er sagte:

„Russland beabsichtigt nicht, den Islamischen Staat zu bekämpfen, sondern das Leben von Assad zu verlängern.“
Ähnliche Erklärungen wurden vom BBC, Fox News, Al Jazeera und zahlreichen anderen Medien verbreitet.

Der US-Verteidigungsminister Ashton Carter konnte bisher nicht einwandfrei bestimmen, ob Russland FSA-nahe Milizen angriff oder doch den IS, obwohl die NATO ihre Besorgnis kundtat, dass auch andere Milizen als der IS angegriffen worden wären.

Moskau jedenfalls kritisierte jene Berichte und erklärte, sie seien Teil eines Informationskrieges.

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