Französischer Senat: Paris ließ Mistral-Deal auf Druck osteuropäischer NATO-Staaten platzen

Quelle: Quoique /CC BY-SA 3.0
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Frankreich hat auf Druck der NATO die Auslieferung der Mistral-Hubschrauberträger an Russland abgelehnt. Dies haben nun Mitglieder des französischen Senatsausschusses für internationale Angelegenheiten bestätigt. Inbesondere Polen soll damit gedroht haben, sonst einen Rüstungsdeal in Höhe von 2,5 Milliarden Euro aufzukündigen.

„Wir haben großen Druck von den osteuropäischen Staaten, darunter den baltischen Republiken, in der parlamentarischen Versammlung der NATO erfahren“, sagte der Sprecher des Ausschusses Robert del Picchia bei einer Debatte im Senat am 23. September.

„Polen hat in der Tat damit gedroht, Verhandlungen [mit Frankreich] über die Auslieferung von 50 Caracal-Hubschraubern im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar aufzukündigen, wenn die Schiffe [an Russland] ausgeliefert werden“, fügte der französische Politiker hinzu.

Teurer Vertragsbruch: Frankreich und Russland einigen sich über Schadenersatz für geplatzten Mistral-Deal

Am Dienstag veröffentlichte der Senat das Protokoll der parlamentarischen Debatte.

Nach dem Abbruch des Mistral-Deals mit Moskau hat Paris schnell einen neuen Käufer des auf russische Anforderungen gebauten Hubschrauberträgers gefunden – Ägypten.

Am 23. September verkündete der Elysee-Palast, dass der französische Präsident und sein umstrittener Amtskollege Abdel Fattah el-Sisi in Telefongesprächen „eine Einigung im Grundsatz über die Bedingungen des Erwerbs der beiden Mistral-Hubschrauberträgers“ gefunden hätten.

Laut dem französischen Verteidigungsministerium plane Paris, die Kriegsschiffe für die gleiche Summe Geldes zu verkaufen, die Frankreich Moskau als Kompensation zahlen musste. Die Rede ist von 950 Millionen Euro.

Damit räumte del Picchia aber auch ein, dass DCNS [das Unternehmen, welches die Mistral-Schiffe baute] „nicht die ursprünglich erwarteten Gewinne einfahren“ werden könne.

Allein die Wartung der Schiffe kostet den französischen Rüstungsbauer monatlich fünf Millionen Euro, berichten französische Medien.

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