Schwarzer Montag weltweit: Chinas Aktienwerte fallen so stark wie zuletzt 2007 – DAX stürzt unter 10.000 Punkte

Quelle: epSos .de/CC BY 2.0
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Der wichtigste Aktienindex Chinas, der Shanghai Composite, hat zum Handelsschluss am Montag um 8,5 Prozent nachgelassen. Bisher sind die finanzpolitischen Maßnahmen Pekings gegen die Turbulenzen auf dem Handelsparkett gescheitert. Dies zog sogleich auch den von der Entwicklung Chinas abhängigen DAX zu Handelsbeginn unter die 10.000-Punkte-Marke. Diese Entwicklung gibt Gerüchten um einen angeblich sich anbahnenden "Super-Crash" im September neue Nahrung.

Die Furcht vor einer anhaltenden Wachstumsschwäche der chinesischen Volksrepublik schwappte heute Morgen auch auf die europäischen Märkte rüber. Vor allem der wichtigste deutsche Aktienindex DAX nahm bereits zu Handelsbeginn in der Spitze um 3,4 Prozent ab und fiel damit auf 9777 Punkte.

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Das ist der tiefste Stand seit Mitte Januar. Anfang April kursierte er noch bei einem Rekordhoch von 12.390,75 Punkten.

Zuvor beendete Chinas Shanghai Composite den Handelstag mit 8,5 Prozent im Minus. Insgesamt brachen chinesische Unternehmenswerte seit ihrem Hoch im Juni um 60 Prozent ein.

„Das ist ein echtes Desaster und es scheint so, als ob es keiner stoppen kann“, sagte Chen Gang, ein in Shanghai ansässiger Investmentmanager des Unternehmens Heqitongyi Management Co., der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. „Ich hoffe, wir können überleben.“

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Zahlreiche weitere wichtige asiatische Märkte wurden im weiteren Verlauf mit in den chinesischen Abwärtssog gezogen. Der Hang Seng in Hong Kong brach um 5,21 Prozent und Japans Nikkei um 4,6 Prozent ein. Zur späten Stunde ist auch der indische Sensex in Mumbai um vier Prozent abgerutscht.

Takako Masai von der japanischen Shinsei-Bank sagte:

„Die Märkte sind in Panik. Es sieht so aus wie bei der asiatischen Finanzkrise Ende der 1990er-Jahre. Die Anleger verkaufen jene Werte, die ihnen am riskantesten erscheinen."
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Europäische Aktienwerte indes wurden durch den Einbruch in Asien in ihrem Negativtrend der vergangenen Woche bestätigt. In Europa verloren 13 von 18 Börsen binnen sieben Tagen zum Teil mehr als zehn Prozent an Wert. Der deutsche Aktienindex DAX verzeichnete einen Verlust von 18 Prozent.

Die Dynamik in der chinesischen Wirtschaft scheint allmählich abzuflauen, was wiederum die bedeutsame deutsche Exportwirtschaft nicht unbeeindruckt lässt. BMW und Daimler verloren zu Handelsbeginn in Frankfurt am Main jeweils mehr als vier Prozent. Vor allem für die deutsche Automobilindustrie ist China ein wichtiger Absatzmarkt.

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In den letzten Monaten ergriff die chinesische Regierung drastische Maßnahmen, um den Zerfall an den nationalen Finanzmärkten möglichst zu stoppen. Trotz der Ankündigung Pekings am Sonntag, bis zu 30 Prozent des Vermögenswertes des nationalen Pensionsfonds in den Aktienmarkt zu investieren, setzte sich der Abwärtstrend fort. Experten vermuten, dass die ergriffenen Maßnahmen seitens der chinesischen Regierung nicht weit genug gehen würden. Sie fordern, dass Peking die Mindestanforderungen für die Kapitalreserven von Privatbanken reduziert.

Nur die Notbremsregelung, die limitiert, dass einzelne Aktienwerte nicht mehr als zehn Prozent pro Tag fallen dürfen, soll einen tieferen Fall chinesischer Börsen verhindert haben. Die Nachrichtenagentur Reuters ermittelte, dass sich 80 Prozent der in Shanghai und Shenzen gehandelten Aktien einem Minus von zehn Prozent näherten. Darüber hinaus wurden zahlreiche Werte ganz aus dem Handel genommen.

 

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