Neue Eskalation: Israel bombardiert syrische Regierungstruppen - Vergeltung für von „Iran unterstützte islamische Dschihadisten“

Quelle: Israel Defense Forces/CC BY-SA 2.0
Quelle: Israel Defense Forces/CC BY-SA 2.0
Die israelische Armee hat mit Artillerie und Kampfflugzeugen syrische Regierungstruppen auf den Golan-Höhen sowie in der Nähe der Hauptstadt Damaskus bombardiert. Zuvor waren im Norden des Landes und auf den besetzten Golanhöhen mehrere Raketen eingeschlagen, die Tel Aviv auf von „Iran unterstützte islamische Dschihadisten“ zurückführte. Verantwortlich für die Eskalation macht Israel die syrische Regierung, die angeblich nicht "bereit und fähig war", die Raketenangriffe zu verhindern.

Den Angaben der israelischen Streitkräfte (Israel Defense Forces - IDF), antwortete die Luftwaffe und Artillerie des Landes auf die Raketeneinschläge mit fünf bis sechs Einsätzen.

Quelle: Israel Defense Forces/CC BY 2.0

Es wurden Ziele in der syrischen Golan-Region bombardiert, dabei sollen Militäreinrichtungen der syrischen Regierung getroffen worden sein. Nach unbestätigten Berichten habe die IDF auch das 137. Regiment der syrischen Armee nahe Damaskus ins Visier genommen. Für die Raketenschläge auf Israel und von Israel besetzte Positionen auf syrischem Territorium soll die Palästinenserorganisation „Islamischer Dschihad“, die von der Islamischen Republik Iran finanziert werden soll, verantwortlich sein, so das israelische Militär.

Das Nachrichtenportal „Ynet“ zitierte die israelische Militärführung mit den Worten:

„Wir griffen mit Panzern, Artillerie und aus der Luft Ziele an […] Mehrere Kilometer innerhalb des syrischen Territoriums griffen wir an, fünf oder sechs Standorte mit multiplen Zielen. Unsere Angriffe sind dieses Mal viel schwerwiegender, um so eine Nachricht zu hinterlassen und die Ernsthaftigkeit des Vorfalls zu unterstreichen.“
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„Die [israelische] Armee betrachtet Syrien als verantwortlich für die Angriffe und wird den Preis dafür zahlen“, führte eine andere IDF-Presseerklärung aus.

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Die am Donnerstagabend erfolgten Angriffe seitens des „Islamischen Dschihads” hatten keinerlei Opfer noch Sachschäden zur Folge. Der Angriff erfolgte nur wenige Stunden, nachdem die IDF ihr Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ in den Süden nach Aschdod und Beerscheba abgezogen hatte.

Israel lokalisierte die Abschussorte der in Israel eingeschlagenen Raketen in dem Teil der Golanhöhen, die von Assad-treuen Regierungstruppen gehalten werden.

Trotz früherer Drohungen, die Inhaftierung Muhammed Allans – ein angebliches Mitglied des „Islamischen Dschihads“, der sich seit Juni dieses Jahres in einem Hungerstreik befindet – zu rächen, dementiert die Palästinenser-Gruppe die israelischen Beschuldigungen, verantwortlich für die Angriffe zu sein.

„Israel versucht die Aufmerksamkeit von der Niederlage, die Muhammed Allan ihnen beibrachte, abzulenken“, sagte Davut Schehab, ein Sprecher des „Islamischen Dschihads“ unter Hinweis auf die Intervention der israelischen Gerichtsbarkeit am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Allan beendete seinen Hungerstreick und darf darauf hoffen, schon bald auf freiem Fuß zu sein.

„Muhammed Allan wird nun im Krankenhaus als Patient behandelt nicht als Gefangener“, erläuterte der Anwalt von Allan, Dschamil Khatib, im Telefongespräch mit RT. „Im Moment ist er frei, sie behandeln ihn als einen freien Mann […] Ich glaube, dass sie seine Verwaltungshaft nicht verlängern werden.“

Obwohl mit der Entwicklung des Falles Allan damit die Grundlage für einen Raketenangriff seitens des „Islamischen Dschihads“ fehlt, hält Israel an der Argumentation fest, dass die Palästinenserorganisation den Angriff unter Anweisung und Planung der iranischen al-Quds-Einheit, eine exterritoriale Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, durchführte, berichtet die Zeitung „Haaretz“.

„Die Iraner wollen die Front in Nord- und Südgolan gegen uns anheizen“, gab eine namentlich nicht genannte israelische Militärquelle gegenüber Ynet zu Verstehen. Sie fügte hinzu, dass die Vergeltungsschläge durch die IDF Teil eines ausgearbeiteten Plans gegen potenzielle Ziele in der syrischen Golan-Region sei.

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Seit Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges ist Israel darauf bedacht, die Kämpfe in Syrien möglichst auf Distanz zum eigenen Territorium zu halten. Tel Aviv fürchtet, dass sich die in Syrien gegenseitig bekämpfenden schiitischen und sunnitischen Milizen bei israelischen Interventionen auch gegen den Judenstaat selbst wenden könnten. Für Israel stellen die okkupierten Golanhöhen daher eine willkommene Pufferzone und rote Linie dar.

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