"Heldin der Ukraine" - Deutsche Welle glorifiziert rechtsradikale ukrainische Militärpilotin Sawtschenko

Quelle: Nabak
Quelle: Nabak
Während in Moskau der Prozess gegen die ukrainische Militärpilotin Nadija Sawtschenko wegen des Vorwurfs der Beihilfe zum Mord an mehreren Zivilisten, darunter zwei russische Journalisten, in die erste Runde gegangen ist, widmete der staatliche BRD-Auslandssender Deutsche Welle dem Fall eine sehr eigentümlich Berichterstattung. Folgt man dessen Darstellung, dann scheint weniger die ehemalige Kämpferin des rechtsradikalen Aidar-Bataillons auf der Anklagebank zu sitzen, sondern vielmehr die Russische Föderation. In dubio contra Russland.

"In Russland beginnt der international viel kritisierte Prozess gegen die ukrainische Militärpilotin und Parlamentsabgeordnete Nadija Sawtschenko. Zu Hause gilt sie als Heldin." Mit dieser Einleitung gibt die Deutsche Welle die Linie ihrer Berichterstattung über den Fall Sawtschenko vor und verweist darauf, dass "westliche Spitzenpolitiker und internationale Organisationen wie der Europarat und das EU-Parlament" sich bereits mehrfach mit der Bitte an Russland gewandt haben, die Ukrainerin freizulassen. "Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel soll bei Präsident Wladimir Putin ein Wort eingelegt haben" betont der  staatliche Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland und bedauert: "Es nutzte nichts."

Warum die ehemalige Militärpilotin, die vor ihrer Verhaftung für das rechtsradikale Aidar-Bataillon kämpfte, sich in russischer Untersuchungshaft befindet, wird dann eher en passant abgehandelt. So "beschuldigte die russische Justiz die 34-jährige der Beihilfe zum Mord während des Konflikts in der Ostukraine". Doch damit nicht genug, die Anklage wurde "verschärft und durch einen Mordvorwurf ergänzt."

Dass die russischen Anklagepunkte auf "Beihilfe zum Mord" gegen die Kämpferin im Aidar-Freiwilligenbataillon tatsächlich eine reale Rechtsgrundlage haben könnten, auf diese verwegene Idee kommt die Deutsche Welle nicht.

Als Heldin wird Sawtschenko, die eigentlich Militärjournalistin werden wollte, vor allem in ihrer Heimatstadt Kiew und in rechtspopulistischen und nationalistischen Kreisen gefeiert. Für Poroschenko und Co. könnte man den Fall der Ukrainerin als Glück im Unglück bezeichnen. Sawtschenko genoss nach ihrer Verhaftung ein hohes Maß an internationaler Aufmerksamkeit, insbesondere Vertreter von Bündnis90/Die Grünen, allen voran Marie-Luise Beck, hatten sich geradezu auf den Fall gestürzt, rechtsradikales Freiwilligenbataillon hin oder her.

Poroschenko nutzte die Gunst der Aufmerksamkeit und ehrte Sawtschenko öffentlichkeitswirksam als "Heldin der Ukraine" und Julia Timoschenko versuchte ihre schwindende Wählerschaft mit einem der seltenen weiblichen Exemplare in der ukrainischen Luftwaffe an die Spitze ihrer Wählerliste zu ködern.

Doch auch dieser Schachzug brachte weder Timoschenko die erhofften Wählerstimmen ein, noch verhalf die Nominierung der Pilotin als Delegierte in die Parlamentarische Versammlung des Europarates zur Immunität vor strafrechtlichen Verfolgung in Russland. Russland „ließ sich davon nicht beeindrucken“ empört sich die Deutsche Welle.

Die „Heldin der Ukraine“ bestreitet weiterhin die gegen sie gerichteten Vorwürfe und die Deutsche Welle scheint willentlich und einseitig Partei zu ergreifen. So scheint weder die Tatsache, dass Sawtschenko sich als Freiwillige beim ultra-nationalistischen Aidar-Bataillon engagierte, noch die bereits gesammelten juristischen Beweise gegen die einstige Soldatin Grund für den deutschen Auslandssender, die Person Sawtschenko kritisch zu hinterfragen.

Und während das ukrainische Außenministerium Sawtschenko zur "politischen Gefangenen" erklärte, betont die Deutsche Welle, Beobachter und Kritiker würden in der Militärpilotin einen ähnlichen Fall sehen wie den der Punk-Band Pussy Riot oder dem des Kreml-Kritikers und Ölmagnaten Michael Chodorkowski. Wer die erwähnten Beobachter und Experten seien, wird konsequenter Weise nicht näher ausgeführt. Zudem ist der von der Deutschen Welle und den namentlich nicht genannten "Beobachtern" angestellte Vergleich nicht wirklich überzeugend. Sawtschenko steht wegen Mord an mehreren Zivilisten, darunter zwei russische Journalisten in der Ostukraine, vor Gericht, wohingegen Chodorkowski wegen Betrugs und Steuerhinterziehung ins Gefängnis musste und die Aktivistinnen der Punk Band wegen Rowdytums angeklagt waren. Für die Deutsche Welle stellt dies aber anscheinend keinen qualitativen Unterschied da. 'In dubio contra Russland' scheint die Devise nun auch bei der Deutschen Welle.

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