Ferguson: Polizeikugeln verletzen auf Michael-Brown-Gedenkveranstaltung guten Freund des Opfers

Quelle: Manuel Rapalo / Twitter
Quelle: Manuel Rapalo / Twitter
Der bei einer Erinnerungszeremonie anlässlich des Jahrestages des durch Polizeikugeln getöteten Afroamerikaners Michael Brown in Ferguson von der Polizei angeschossene Jugendliche wurde nun als der 18-jährige Tyrone Harris identifiziert . Er befindet sich einem „kritischen, instabilen“ Zustand und galt als guter Freund von Michael Brown. Die ohnehin angespannte Lage zwischen Bevölkerung und Polizei in Ferguson droht endgültig zu eskalieren.

Den Angriff auf den afroamerikanischen Jugendlichen verteidigend, erklärte die Polizei, dass der verantwortliche Polizist das Feuer erwidert hätte, nachdem auf ihn unweit der Gedenkveranstaltung in Ferguson geschossen worden wäre.

Der für Ferguson zuständige Polizeichef teilte überdies mit, dass mehrere Personen während der Proteste festgenommen wurden, über die Anzahl der Festnahmen machte er jedoch keine Angaben. Im Vorfeld berichteten Medien, dass bei Schießereien mit der Polizei weitere zwei Personen verletzt worden seien.

Einträge in den sozialen Medien weisen darauf hin, dass die Polizei, um die Massen auseinanderzutreiben, mit Tränengas-Geschossen auf die Protestierenden geschossen habe.

Die Schüsse fielen fast zeitgleich mit einem Interview des örtlichen Polizeichefs Andre Anderson, der in diesem Moment ein Video-Interview gegeben hatte. Rund 20 Schüsse sind deutlich im Video vernehmbar.

Das Polizeirevier von St. Louis erklärte, dass Demonstranten randalierten und Gegenstände auf Polizisten warfen sowie einige Geschäfte in der Nachbarschaft beschädigten. Unterdessen habe die Polizei versucht, die Ordnung inmitten der angespannten Lage wiederherzustellen.

Auch ein Video, in welchem das mutmaßliche Opfer verwundet am Boden zu sehen sein soll, soll aufgetaucht sein.

Infolge der ersten Schüsse, die gefallen waren, mahnte die Polizei die Demonstranten, den Protest friedlich aufzulösen. Den Vernehmungen zufolge gab es aufseiten der Polizei keinerlei Verletzte.

Bisher konnte nicht geklärt werden, woher die Schüsse kamen, die auf den Straßen bei den Demonstranten Panik auslösten.

Die Polizei reagierte auf die Vorfälle mit der Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen. Es wurden zusätzliche Polizeiautos, gepanzerte Fahrzeuge und ein Helikopter in Ferguson stationiert.

 

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