"Selbstmord"-Serie in der Ukraine geht weiter: Jetzt erhängen sich nicht nur Oppsotionspolitiker sondern auch Asow-Kommandeure

Findet sich mittlerweile nicht nur an den Hälsen von ukrainischen Oppositionspolitikern -. Quelle: Patrick Feller (Symbolbild)
Findet sich mittlerweile nicht nur an den Hälsen von ukrainischen Oppositionspolitikern -. Quelle: Patrick Feller (Symbolbild)
Laut dem Abgeordneten des ukrainischen Parlaments, Dmitriy Linko, soll sich Asow-Kommandeur Yaroslav Babich am Montag das Leben genommen haben. Der "Selbstmord" reiht sich in eine ganze Reihe von ominösen Suiziden von Politikern und Journalisten. Bislang beschränkte sich die Serie jedoch immer nur auf Mitglieder von Oppositionsparteien und Maidan-kritische Journalisten.

Der Parlamentsabgeordnete Linko, der selbst Mitglied des Bataillons war, schrieb am Montag auf seiner Facebook-Seite:

"Heute wurde der Leiter der Rechtsabteilung des Asow-Regiments tot aufgefunden. Ich kannte Yaroslav sehr gut und kann es einfach nicht glauben.“
Quelle: tsn.ua

Wie zudem die Nationalgarde bekannt gab, soll sich an einem der Checkpoints in der Ostukraine ein Nationalgardist unter mysteriösen Umständen das Leben genommen haben.

Laut Aussagen der Nationalgarde soll sich die bisher namentlich nicht genannte Person ohne Genehmigung von ihrem Posten entfernt haben. Später soll sie dann mit der Schusswaffe in der Hand tot aufgefunden worden sein. Todesursache ist nach Angaben der Nationalgarde ein Kopfschuss. Der Fall wird, wie ukrainische Behörden erklärten, "einer gründlichen Untersuchung" unterzogen werden.

Währenddessen wurde darauf hingewiesen, dass innerhalb der Nationalgarde ein verstärkter Alkoholmissbrauch festgestellt werden musste.

In den letzten Monaten starben mindestens acht ehemalige ukrainische Amtsträger, Funktionäre und Politiker. Ein Großteil der Todesfälle wurde von offiziellen Stellen als Selbstmord deklariert. Alle Opfer waren Mitglieder der „Partei der Regionen“,  der Partei des im Zuge des Maidan-Putsches gestürzten Präsidenten Janukowitsch.

Am Tag der Ermordung des russischen Oppositionspolitikers Boris Nemtsow, dem 27. Februar 2015, stürzte Michael Chechetow, ebenfalls ehemaliges Mitglied der Partei der Regionen und ehemaliger Leiter des staatlichen Grundstücksfonds, aus einem Fenster seiner Wohnung. Die offizielle Version des ukrainischen Innenministeriums lautet auf „Selbstmord“.

Mordserie gegen Oppositionspolitiker in der Ukraine hält an

Zusätzlich begingen ebenfalls im Februar angeblich Selbstmord, allerdings ohne dass einer der erwähnten Personen einen Abschiedsbrief hinterlassen hätte:

Der ehemalige Vorsitzende des Regionalrates in Kharkow, Nicholai Sergienko; der ehemalige Bürgermeister von Melitopol, Sergei Walter; der Polizeichef von Melitopol, Sergey Bordyuga sowie der ehemalige Abgeordnete Stanislaw Melnik.

Am 12. März war der ehemalige Gouverneur von Zaporozhzhye und Mitglied der Partei der Regionen, Alexander Pekluschenko, mit einem Genickschuss tot aufgefunden worden. Auch hier lautete das vorläufige Ermittlungsergebnis der ukrainischen Kriminalpolizei auf Selbstmord.

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