"Weder Anbau noch Import" - Russland bekräftigt Nein zu gentechnisch modifizierten Nahrungsmitteln

Quelle: Dominik Bartsch/CC BY 2.0
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Die Zukunft der russischen Landwirtschaft soll ohne genetisch modifizierte Organismen (GMO) stattfinden. Dies betont der stellvertretende Premierminister Arkadi Dworkowitsch. Um die Qualität und Integrität der Nahrungsversorgung im Land zu sichern, will die Russische Föderation an Anbaumethoden festhalten, die den Boden schonen und auf natürliche Weise die Erträge steigern. Russlands Nahrungsmittel sollen dadurch zu den „reinsten der Welt“ gehören.

Im Unterschied zu den meisten europäischen Ländern baut die Russische Föderation weder GMOs an, noch importiert sie diese. Anders als die USA hat Russland sich dazu entschlossen, ein ausgedehntes Moratorium in Kraft zu setzen. Man will nach anderen, sichereren Technologien in der Landwirtschaft suchen, die keine erhöhten Risiken angeborener Behinderungen, Stoffwechselstörungen oder Krebs mit sich bringen.

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Russland beschreite „einen anderen Weg“, erklärte Dworkowitsch jüngst im Rahmen des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg, und das Land werde „keine GM-Technologien nutzen“, um die landwirtschaftliche Produktion zu steigern. Bereits 2014 hatte Präsident Wladimir Putin versprochen, seine Bürger vor GMOs zu „schützen“. „Wir müssen unsere Lösung ordentlich gestalten, um nicht gegen unsere Verpflichtungen aus dem WTO-Vertrag zu verstoßen“, gab Putin jedoch zu bedenken.

In den USA gehören GMOs bereits zum alltäglichen Nahrungsmittelangebot. Hersteller, die sich dieser Organismen bedienen, dominieren den Nahrungsmittelmarkt, eine allgemeine Kennzeichnungspflicht besteht nicht. Washington klagt sogar gegen eigene Bundesstaaten wie Vermont, wenn diese Gesetze zur Schaffung einer Kennzeichnungspflicht erlassen.

Russland sieht hingegen in umstrittenen Hilfsmitteln der Biotechnologie, wie künstlicher Verbindung von Genen oder giftigen Pestiziden, zu große Risiken. „Es wurde bewiesen, dass GMOs nicht nur in Russland, sondern auch in anderen Ländern gefährlich sind“, erklärte die Vizepräsidentin der Russischen Nationalen Organisation für Genetische Sicherheit, Irina Ermakowa. Konsum und Gebrauch von GMOs in diesem Zusammenhang könne bei Tieren zu Tumoren, Krebserkrankungen und Fettleibigkeit geführt.

Auch der russische Premierminister Dmitri Medwedew begrüßte die Entscheidung, keine GMOs mehr nach Russland zu importieren. Russland verfüge über ausreichend Flächen und Ressourcen, um Nahrungsmittel ökologisch sicher und sauber produzieren zu können, ohne auf GMO-Samen angewiesen zu sein, die Konzernen gehören, auf Biopiraterie beruhen und Chemikalien benötigen, um wachsen zu können.

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Gegenüber RT erklärte Medwedew:

„Wenn die Amerikaner GMO-Produkte essen wollen, ist das ihre Sache“ „Wir brauchen das aber nicht, wir haben ausreichen Platz und Möglichkeiten, um Bio-Nahrungsmittel herzustellen.“
Dass die antirussische Dämonisierungskampagne in weiten Teilen US-amerikanischer Politik und Medien auch damit zu tun haben könnte, dass den Biotech-Konzernen durch die russischen Vorschriften gegen GMOs milliardenschwere Geschäftsmöglichkeiten entgehen, erscheint durchaus als denkbar. Wenn die USA jedoch tatsächlich Entscheidungsfreiheit für Verbraucher sicherstellen wollen, stellt sich die Frage, warum jedwede Versuche, Kennzeichnungspflichten einzuführen, im eigenen Land torpediert werden.