Star-Generalstaatsanwältin Poklonskaya soll 2016 für die Staatsduma kandidieren

Quelle: Ruptly
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Einer der bekanntesten Köpfe im Zusammenhang mit der Sezession der Halbinsel Krim von der Ukraine infolge des Maidan-Putsches in Kiew im Februar 2014 wird sich möglicherweise 2016 für einen Sitz in der russischen Staatsduma bewerben.

Die einflussreiche russische Tageszeitung „Iswestija“ berichtet, dass die Generalstaatsanwältin der Republik Krim, Natalya Poklonskaya, „sehr wahrscheinlich“ auf der Liste der Regierungspartei „Einiges Russland“ für einen Parlamentssitz kandidieren wird.

Die Zeitung berief sich auf eine Quelle aus der Führung der Regierungspartei, die davon sprach, dass man bereits mit den Vorbereitungen für die Parlamentswahlen begonnen habe und man unter anderem darauf setzen werde, bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für die Politik zu gewinnen.

Quelle: Screenshot Enjokin

„Dabei denken wir natürlich über Leute nach, die sowohl unserer Partei als auch dem Land insgesamt gut tun würden, Leute wie Natalya Poklonskaya“, erklärte die Quelle.

Derzeit, so Iswestija, sei die Generalstaatsanwältin der Krim die einzige Staatsanwältin im Land mit einer nennenswerten Medienpräsenz. Das Institut für Soziopolitische und Wirtschaftliche Forschung erklärte im Zusammenhang mit den bevorstehenden Parlamentswahlen, Poklonskaya lande bereits jetzt auf dem zehnten Platz in der Beliebtheitsskala von hundert russischen Politikern.

Der Chef des Think Tanks „Zentrum für strategische Kommunikation“, Dmitrij Abzalow, erklärte in einem Kommentar, dass die Öffentlichkeit Poklonskaya mit dem „Krim-Frühling“ assoziiere, in dem sich die Krim von der Ukraine gelöst hatte, und deshalb gute Chancen auf breite Unterstützung hätte. Das einzige Problem, das im Zusammenhang mit dem Vorhaben entstehen könnte, wäre, einen neuen Generalstaatsanwalt für die Krim zu finden. „Viele Menschen hatten diesen Posten abgelehnt, denn es gibt gewisse Risiken, die damit verbunden sind. Ein Generalstaatsanwalt muss über ausreichend Autorität verfügen und gleichzeitig auch ein attraktives Image haben“, so der Analyst.

Im Zuge des Maidan-Putsches war Poklonskaya vonseiten ukrainischer Sicherheitskräfte mit Freiheitsentzug und sogar mit dem Tode bedroht worden. „Ich antwortete, ich wäre lieber in einer Gefängniszelle als für Faschisten zu arbeiten“, so Poklonskaya gegenüber TASS. Der Präsident der Republik Krim, Sergej Aksjonow, erklärte, seine Administration und das Parlament hätten sechs weitere Kandidaten für den Posten abgelehnt.

Das Oberste Parlament der Krim hat Poklonskaya am 11. März 2014 zur Generalstaatsanwältin ernannt. Dies geschah zeitgleich mit der Schaffung einer eigenständigen Staatsanwaltschaft der Republik Krim durch eine Verordnung des russischen Generalstaatsanwalts Juri Chaika. Am 7. Mai wurde Poklonskaya vereidigt. Im Dezember 2014 meldeten Sicherheitskräfte der Krim, dass ein Komplott gegen die Generalstaatsanwältin und einige Mitglieder ihrer Behörde vereitelt werden konnte.

Natalja Poklonskaya brachte es in einigen Ländern wie Japan zu einer Art Popstar-Figur, da sie dort vor allem durch ihr gutes Aussehen Aufmerksam erregte. Sie selbst will von ihrer Berühmtheit und der von ihr ausgehenden Inspiration für Pop-Art-Künstler jedoch nichts wissen: „Ich bin Juristin, keine Pokémonfigur“, soll Poklonskaya geäußert haben.

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