Obama würdigt russischen Beitrag zur Einigung im Iran-Konflikt

Quelle: New York Times-Interview Screenshot/Video
Quelle: New York Times-Interview Screenshot/Video
Ohne das Zutun und die Vermittlung aus Russland wäre die Erreichung einer „historischen Einigung“ mit dem Iran, die die zivile Atomforschung im Land sicherstellt, die Entwicklung von Atomwaffen allerdings verhindert, dem US-Präsidenten Barack Obama zufolge nie möglich gewesen. Das teilte Obama in einem Interview mit der „New York Times“ am Dienstag mit.

Offen räumte der Präsident der Vereinigten Staaten im Video-Interview mit dem NYT-Journalisten Thomas Friedman ein, dass „Russland in dieser Hinsicht geholfen hat“. Die internationalen Unterhändler der sogenannten 5+1-Gruppe, die sich aus den Außenministern der fünf permanenten Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschland zusammensetzt, hätten ohne Russland keine Einigung mit der Islamischen Republik Iran erzielt, so Obama. Moskau nutzte im Sinne internationaler Stabilität und eines anhaltenden Friedens in Nahost seine einzigartigen Beziehungen nach Teheran, um die skeptische Regierung vom Ansinnen des Westens letztendlich zu überzeugen.

Der Einsatz des russischen Präsidenten Wladimir Putin und seiner Regierung für die Reintegration Irans in die Weltgemeinschaft habe Obama geradezu verwundert. Wörtlich sagte er:

„Wir hätten keine Einigung erzielt, hätte es nicht die Bereitschaft Russlands gegeben, uns und die anderen Mitglieder der 5+1-Gruppe bei der Durchsetzung eines wirksamen Abkommens zu unterstützen.“
In einem Verhandlungsmarathon, der bis in die Nacht zum vergangenen Dienstag hineinreichte, hatten die Weltmächte einen umfassenden Verhaltenskatalog ausgearbeitet. Im Gegenzug wurden dem Iran im Rahmen des Vorschlags vor allem internationale Sanktionen erlassen, die die Wirtschaft des Landes seit Jahren erdrückten. Der UN-Sicherheitsrat, die USA und die Europäische Union hatten bislang Sanktionen gegen den Iran verhängt.

Quelle: Ruptly

Auch außerhalb der EU verhängte Sanktionen wie die Restriktionen gegenüber iranischen Banken und Versicherungen, die seitens der USA und der EU in Kraft gesetzt worden waren, würden demnach fallen. Der Vertrag würde auch die Grundlage schaffen für die Aufhebung der Beschränkungen des Imports von Öl und Erdgas aus dem Iran, welche die EU betreffen, und würden es europäischen Staaten auch wieder erlauben, Öl- und Erdgasproduktionsanlagen in den Iran zu liefern.

Europäischen Unterstellungen, Russland monopolisiere den Energiemarkt der Europäischen Union, zum Trotz habe Moskau, unabhängig von der Aussicht, dass der Iran auf Kosten Russlands in Europa Marktanteile gewinnen könne, den Atomdeal mit Iran unterstützt. Ein weiteres Mal bewies der Kreml damit, dass Russland den Westen und insbesondere Europa mehr als Partner denn als Feind betrachtet und jederzeit bereit ist, seinen Einfluss in die Waagschale zu werfen, um zum Wohle von Kooperation und Stabilität in Konfliktregionen zu wirken.