"Erster Schritt zur Überwindung der Dominanz des US-Dollars" - China ratifiziert Gründung der BRICS-Entwicklungsbank

Quelle: RT
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Das neue multilaterale Bankinstitut wird als Alternative zu westlichen Finanzierungsinstituten wie der Weltbank oder dem IWF betrachtet, die Kritikern zufolge zu stark unter dem Einfluss der USA stehen. Der Aufbau einer BRICS-Bank gilt in diesem Sinne auch als erster Schritt hin zur Überwindung der Dominanz des US-Dollars im weltweiten Handel.

Die „New Development Bank BRICS“, zu Deutsch: „Neue Entwicklungsbank“, soll die BRICS-Staaten, darunter Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, mit den nötigen Finanzierungsspritzen versorgen, damit wichtige Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte künftig unabhängig vom Westen verwirklicht werden können. Eigenen Angaben zufolge wird jedem BRICS-Land unabhängig von seiner Wirtschaftskraft ein Stimmrecht eingeräumt.

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Es wird erwartet, dass sich jedes Mitglied der Schwellenland-Bank zunächst mit jeweils zehn Milliarden US-Dollar Startkapital beteiligt. In weiterer Folge soll eine Kapitalisierung von 100 Milliarden US-Dollar angepeilt werden. Die BRICS-Bank wird ihren Hauptsitz in Shanghai haben. Im ersten Jahr erhält Indien den Vorsitz als Präsidenten der Institution. Unterdessen nimmt Russland den Vorsitz der Gruppe der ständigen Staatsvertreter ein. Die Vertreter einigten sich zudem darauf, ein Afrika-Zentrum in Südafrika einzurichten.

Unterdessen erklärte China, dass es beabsichtige, mehr als 40 Milliarden US-Dollar in der BRICS-Bank anlegen zu wollen.

Das Abkommen über die Gründung der „Neuen Entwicklungsbank“ hatten Indien und Russland bereits vor China ratifiziert. Es wird erwartet, dass Südafrika die Teilnahme an der Bank beim kommenden BRICS-Treffen im russischen Ufa im Juli ratifizieren wird.

Der Aufbau einer BRICS-Bank wird weithin als erster Schritt hin zur Überwindung der Dominanz des US-Dollars im weltweiten Handel sowie entsprechender multilateraler Institutionen, darunter Weltbank oder IWF, betrachtet. Die Initiative wird auf das mangelnde Mitspracherecht der Schwellenländer in den US-dominierten Finanzinstitutionen zurückgeführt.

In den BRICS-Staaten leben mehr als drei Milliarden Einwohner oder rund 41 Prozent der gesamten Weltbevölkerung. Allein in diesen fünf Staaten wird 25 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes auf sich vereint. Daneben halten die BRICS-Staaten 2800 Mrd. Dollar, was 42 Prozent der weltweiten Devisenreserven entspricht.

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Unterdessen fördert China ein weiteres Megafinanzprojekt: Auch die sogenannte Asiatische Infrastruktur- und Investmentbank, kurz AIIB, die im Oktober 2014 gegründet wurde, soll ergänzend zu den bestehenden globalen Finanzorganen und nach hohen internationalen Standards arbeiten.  Seitdem traten dieser Bank 57 Mitgliedsstaaten bei. Auch engste Verbündete der Vereinigten Staaten wie Deutschland oder Großbritannien wollten sich die Option auf Profit und Wachstum trotz vehementer Ablehnung seitens Washingtons nicht nehmen lassen und traten der AIIB bei.

Die in der chinesischen Hauptstadt Peking ansässige Bank wird ihre Arbeit voraussichtlich Anfang 2016 aufnehmen. Zwischenzeitlich sei bekannt geworden, dass auch in Europa ein Regionalbüro eröffnet werden könnte. Großbritannien und Deutschland malen sich derweil Chancen aus, eine AIIB-Vertretung an ihre Finanzplätze locken zu können.