WikiLeaks: Saudi Arabien plante Regime Change im Iran

Jüngste WikiLeaks-Enthüllungen scheinen zu belegen, dass die absolutistische Monarchie in Riad seit Jahren eine gezielte politische und gesellschaftliche Destabilisierung seines Erzfeindes, der Islamischen Republik Iran, verfolgt. Derweil räumte WikiLeaks-Gründer Julian Assange gegenüber RT ein, dass es sich bei den bisherigen Veröffentlichungen um nicht mehr als zehn Prozent der zur Verfügung stehenden saudischen Dokumente handele. Weitere Leaks sollen schon bald folgen.
WikiLeaks: Saudi Arabien plante Regime Change im Iran

Schon jetzt sind die Leaks umfassend und reichen von unbezahlten Rechnungen saudischer Prinzessinnen bis hin zu Belegen, die eine saudische Einmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten belegen. Besondere Aufmerksamkeit erweckte eine Nachricht des saudischen Botschafters zu Teheran. Dieser erklärte Riad gegenüber, dass er die „Idee“ gut fände, den Iran über die latente Proteststimmung im Land von innen zu destabilisieren. So wollte er erkannt haben, dass die iranische Jugend unglücklich und offenbar „frustriert“ sei. Daraus schlussfolgerte der saudische Botschafter kurzerhand, dass nur ein „Regime-Change“ das richtige Allheilmittel für die Probleme im Lande sein könne. Ganz nebenher hätte Riad auf diesem Wege seinen regionalen Widersacher außenpolitisch geschwächt.

 

Auch überlegten Offizielle aus Saudi Arabien, den früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, den die Muslimbruderschaft 2012 inhaftieren ließ, für einen Geldbetrag von 10 Milliarden US-Dollar freizukaufen.

Praktisch empfiehlt der saudische Gesandte zu Teheran, „das Internet und soziale Medien wie Facebook zu nutzen“, um die Meinung der iranischen Jugend zu beeinflussen. Die Nahost-Expertin Karin Leukefeld behauptet, dass Auslandsoppositionelle auf diese Weise medial unterstützt werden sollten. Iranische Bürger sollten etwa dazu angespornt werden, „Fotos von Folterungen zu veröffentlichen, die das iranische Regime gegen das eigene Volk verübt“, hieß es.

 

Darüber hinaus machten sich die saudischen Gesandten im Rahmen ihrer regelmäßigen Briefings mit Riad Gedanken, wie der saudische Einfluss auf ausländische Politiker und Medien am besten gesteigert werden könne. Dabei wurden Mittel wie Schmiergeld für Medien und Journalisten offen ins Kalkül gezogen.

Das saudische Außenministerium beharrt unterdessen darauf, die eigene Bevölkerung aufzufordern, die Leaks zu ignorieren, wobei erklärt wird, dass Dokumente gefälscht sein könnten. Dabei wird suggeriert, dass es sich dabei um eine Schmierkampagne handle, die das Ziel habe, den saudischen Staat zu unterminieren.

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