Ehemaliger Premierminister von Donezk warnt: Großer Krieg immer wahrscheinlicher

Quelle: Ruptly
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Alexander Borodai, der erste Premierminister der selbsternannten Volksrepublik Donezk, hat in einem Interview erklärt, dass die wahrscheinlichste Entwicklung in seinen Augen eine baldige Großoffensive durch die ukrainischen Armee sei. In deren Folge befürchtet er "einen großen Krieg". Derweil berichten OSZE-Beobachter, dass von Mariupol aus "wahllos" zivile Wohnhäuser unter Beschuss genommen werden. Die Hafenstadt steht unter Kontrolle der ukrainischen Armee.

"Um ehrlich zu sein, gehe ich nicht davon aus, dass die Minsk II Vereinbarung eingehalten wird, ähnlich wie es auch mit Minsk I passiert ist“, erklärte Borodai am Mittwoch in einem Interview in Moskau:

Der Anführer des Rechten Sektors Dimitri Jarosch - Quelle: Ruptly
"Schlussendlich wird die ukrainische Armee eine Offensive starten. Dies ist eine sehr wahrscheintliche Entwicklung. Ich bin mir nicht sicher, dass dies ohne einen echten Krieg zu Ende gehen wird, denn Russland kann nicht für immer eine solche Wunde an seiner Grenze tolerieren."
Bereits jetzt ist der Waffenstillstand de facto nicht mehr existent. So berichtete die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erst vor wenigen Tagen vor
m33s">laufender Kamera, dass von Mariupol aus "wahllos" zivile Wohnhäuser in den von den Volksmilizen kontrollierten Gebieten unter Beschuss genommen werden. Die Hafenstadt steht unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte.

Die ukrainische Regierung hat deutlich zu verstehen gegeben, dass sie mit "Terroristen" nicht verhandeln wird.  Auch Zakharchenko, Anführer der selbsternannten Donezker Volksrepublik betont in letzter Zeit immer wieder, dass zu viel Blut geflossen sei, als dass eine "Wiedervereinigung" mit dem Rest der Ukraine denkbar sei.

In anderen Worten, beide Konfliktseiten haben wenig Interesse an einer Umsetzung der Minsker Vereinbarungen. Was mittelfristig tatsächlich in einem "großen Krieg" enden könnte.