"Mehr Panzer für Deutschland!" - Wehrbeauftragter der Bundeswehr fordert Aufrüstung gegen "russische Aggression"

Fordert mehr Panzer für die Bundeswehr. Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD). Foto: Martin Kraft, CC BY-SA 3.0 de
Fordert mehr Panzer für die Bundeswehr. Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD). Foto: Martin Kraft, CC BY-SA 3.0 de
Der Wehrbeauftragte des Bundeswehr Hans-Peter Bartels spricht sich in einem aktuellen Interview mit der Zeitung "Die Welt" offen für eine stärkere Aufrüstung der Truppe aus. Vor allem benötige es mehr deutsche Panzer, damit die Bundeswehr ihren Beitrag zur NATO-Speerspitze gegen Russland leisten kann. Mit dieser will das westliche Militärbündnis auf die "Aggression Russlands im Osten" reagieren.

Hans-Peter Bartels ist kein Freund der Zurückhaltung, wenn es um Fragen der militärischen Aufrüstung geht. Als Wehrbeauftragter der Bundeswehr hat dieser eigentlich die Aufgabe vor allem Ansprechpartner für Soldaten bei internen Problemen der Truppe zu sein. Jeder Soldat hat das Recht, sich bei Konflikten mit Führungsoffizieren auf direktem Weg an den Wehrbeauftragten zu wenden, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Bartels ist damit der Ansprechpartner des Parlaments für die Wehrdienstleistenden. Soweit die Theorie.

Deutsche Bundeswehr in Afghanistan. Quelle: ISAF Headquarters Public Affairs Office CC BY 2.0

Die Standpunkte die Bartels nun in einem aktuellen Interview mit dem Titel "350 neue Schützenpanzer? Das ist zu wenig" in der Welt preisgibt, lassen aber darauf schließen, dass dieser sich wohl eher als Aufrüstungsbeauftragter versteht. Die Agenda des SPD-Politikers ist klar: Mehr Budget, mehr Munition, mehr Ausrüstung und vor allem auch: mehr Kampfpanzer. Ursula von der Leyen, ebenfalls nicht für eine defensive Militärpolitik bekannt, wird von Bartels dabei sogar noch überflügelt:

"Bestellt sind zum Beispiel 350 Puma – das ist zu wenig. Also muss Frau von der Leyen jetzt entweder nachordern oder entscheiden, eine bestimmte Zahl des alten Marder-Schützenpanzers länger zu nutzen und zu modernisieren."

Bartels Sorgen wegen mangelnder Ausrüstung stehen im direkten Zusammenhang mit der so genannten geplanten "NATO-Speerspitze", die mit offiziellem Namen "Very High Readiness Joint Task Force" (VJTF) heißt. Diese wurde im vergangenen September auf dem NATO-Gipfel in Großbritannien beschlossen und soll bis 2017 voll einsatzfähig sein. Ziel des 5.000 Soldaten umfassenden europäischen Batallions, von der mehr als die Hälfte aus deutschen Streitkräften bestehen soll, ist es an den Ost-Grenzen der NATO schnell und unkomplizert aktiv werden zu können. Schon im Februar diesen Jahres kritisierte Bartels, dass ihm 5.000 Mann dafür eigentlich zu wenig sind.

Die geopolitische Lage scheint für den Wehrbeauftragten dabei recht einfach zu sein: Böse sind immer die anderen und nur mit mehr Rüstung und einer

Werbegrafik der Bundeswehr

signifikanten Militarisierung des deutschen Militärs lasse sich Gutes in die Welt bringen.

Ähnlich wie der kritische Journalist und Autor Mathias Broeckers hat Bartels einst ein Buch mit dem Titel "Wir sind die Guten!" geschrieben. Anders als der taz-Mitbegründer meint Bartels dies aber in keiner Weise ironisch und erklärt:

"Wir sind die Guten", das sagte mir – vielleicht augenzwinkernd – ein deutscher Soldat in Afghanistan, als ich ihn fragte, warum er dort sei. Im Kern geht es wirklich darum: Wir müssen immer versuchen, diesem Anspruch gerecht zu werden. Mögliche üble Nebenfolgen internationaler Einsätze müssen abgewogen und so gut es geht minimiert werden."

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