Trotz Sanktionen - Gazprom und E.ON planen Bau einer direkten Pipeline von Russland nach Deutschland

Quelle: Ruptly
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Trotz Ukraine-Krise und Sanktionen haben sich die russische Gazprom, deren deutscher Partner E.ON sowie Shell und OMV auf den Bau einer neuen direkten Gaspipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland geeinigt. Am Donnerstag haben die vier Energieriesen auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Die neue Pipeline wird die bereits bestehende Rohrleitung Nord Stream mit einer Transportkapazität von 27,5 Milliarden Kubikmetern im Jahr ergänzen. In einer Pressemitteilung von Gazprom heißt es:

„Die Partner wollen in der nächsten Zeit ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das die Umsetzung des Projekts übernehmen wird.“
Dabei gehe es firmeneigenen Angaben zufolge auch darum, „die positiven Erfahrungen der Nord Stream AG auszuwerten“. Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow betonte zudem, dass die russische Seite mindestens 51 Prozent der Anteile am neuen Pipeline-Projekt halten werde.

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Nord Stream beginnt in der russischen Bucht Portowaja, in der Nähe der finnischen Stadt Wyborg, und endet in der ostdeutschen Küstenstadt Greifswald. Insgesamt soll die 1.224 kilometerlange deutsch-russische Pipeline nach Fertigstellung der zweiten Rohrleitung die Bundesrepublik mit 55 Milliarden Kubikmetern Erdgas im Jahr versorgen können. Zu den weiteren Zielmärkten von Nord Stream gehören auch Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und Dänemark.

Die erste Rohrleitung von Nord Stream ist im Oktober 2012 fertiggestellt worden. Die Ostseepipeline wurde gebaut, um die Abhängigkeit vom instabilen  Transitland Ukraine zu minimieren. Eine weitere Direktleitung nach Südosteuropa, South Stream, wurde jedoch von den USA und der Europäischen Union aus politischem Kalkül torpediert, bis Moskau das Projekt im vergangenen Dezember stoppte. Nun planen Russland und die Türkei eine gemeinsame Pipeline, um künftig Südosteuropa mit russischem Erdgas zu versorgen.

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