Rückschlag für US-Dollar als Leitwährung: China zahlt Gazprom künftig in Yuan

Quelle: Ruptly
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China und die Russische Föderation machen Ernst mit ihrer Ankündigung, bei ihrer Geschäftsabwicklung den US-Dollar so weit wie möglich außen vor zu lassen. Sowohl die Exporte der Gazprom aus der Östlichen Sibirisch–Pazifischen Pipeline nach China als auch das Öl-Geschäft aus der Arktis werden in Zukunft in der Landeswährung Yuan getätigt.

Die aggressive Politik des Westens gegenüber Russland seit Ausbruch der Ukrainekrise und die gesteigerte Präsenz der USA im südostasiatischen und pazifischen Raum haben auch China hellhörig werden lassen und zu einem engeren wirtschaftlichen Zusammenrücken beigetragen.

Dies betonte auch der Premierminister der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, als er am Donnerstag auf dem 17. Weltkongress der russischen Presse äußerte, die vom Westen verhängten Sanktionen hätten Russland in wirtschaftlicher Hinsicht angespornt, mit Asien aktiver zusammenzuarbeiten.

„Mein großer Dank geht an die Staaten, die diese Sanktionen beschlossen haben. Ich bin dabei absolut aufrichtig.“
Die Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und dem Reich der Mitte beinhaltet unter anderem auch, Alternativen zum US-Dollar als weltweiter Leitwährung zu schaffen, da die globale Dominanz der USA nicht zuletzt durch die überragende Bedeutung ihrer Währung im weltweiten Wirtschaftsverkehr begünstigt wird.

Einen ersten wichtigen Schritt haben nun die Energieunternehmen beider Staaten gesetzt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wickelt Russlands Energie-Riese Gazprom seit Dienstag seinen Öl-Export nach China in Yuan ab. Dieser Schritt stellt zweifellos ein Signal gegen die Monopolstellung des Dollars im Energiesektor dar und illustriert nach Meinung von Beobachtern, was Medwedew und vor ihm bereits andere hohe Offizielle der Russischen Föderation über das engere Zusammenrücken mit Asien geäußert hatten.

Bereits im August 2014 hatte Russland angekündigt, dass alle bilateralen Energie-Geschäfte perspektivisch nur noch in den heimischen Währungen vorgenommen werden sollen. So sollten auch Energieträger-Lieferungen über die Östliche Sibirisch–Pazifische Pipeline in der chinesischen Währung Yuan abgerechnet werden.

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Von dort aus wird Russland ab 2018 China mit jährlich 38 Milliarden Kubikmeter Erdgas versorgen. Die Vereinbarung soll 2048 auslaufen. Der Wert des Abkommens beträgt umgerechnet 400 Milliarden US-Dollar. Auch hinsichtlich des geplanten Verkaufs von 80.000 Tonnen Öl aus der Arktis soll der Rubel genutzt werden.

Andrei Kostin, Chef der Staatsbank VTB, hatte ebenfalls jüngst kritisiert:

„Es ist irgendwie merkwürdig, dass eine Zahlung von Kasachstan an Russland durch New York geht.“
Der Petro-Dollar ist selbst in letzter Zeit zunehmend unter Druck geraten, da der massive Preisabfall beim Öl dazu beigetragen hat, dass der Markt erstmals seit 20 Jahren an Liquidität verliert und die freien Geldmittel nicht länger in Investitionen fließen. Für die USA könnte sich dies nachteilig auswirken, da sowohl ihre Auslandsschulden als auch ihr Leistungsbilanzdefizit nach wie vor als beträchtlich erscheinen.