Deutschschweizer und Muay-Thai-Weltmeister kämpft nun für „Islamischen Staat“

Quelle: Valdet Gashi (Foto von facebook.com/valdigi)
Quelle: Valdet Gashi (Foto von facebook.com/valdigi)
Der zweimalige deutschschweizerisch-albanische Muay-Thai-Weltmeister und Kickboxer Valdet Gashi hat den Ring gegen das Schlachtfeld eingetauscht. In Syrien will er jetzt als Märtyrer des „Islamischen Staates“ beim Aufbau des „Kalifats“ sterben. Im Vorfeld hatte er nicht nur seine Familie unter einem falschen Vorwand verlassen, sondern auch noch vier weitere junge Menschen für den „Dschihad“ in Syrien mobilisiert.

Ob der nächste Titelkampf des Kickboxverbandes, dem er angehört, als „Rumble In The Desert“ in Raqqa stattfinden wird, ist noch unklar. Fest steht jedoch, dass der 29 Jahre alte deutsche Kickboxer und zweifache Muay Thai Weltmeister Valdet Gashi derzeit in einer anderen Gewichtsklasse als bislang gewohnt kämpft.

Der aus einer albanischen Einwandererfamilie stammende Sportler hat schweizerischen Medienberichten zufolge seine Heimat verlassen und sich in Syrien der Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS; ehem. ISIS) angeschlossen.

Dem staatlichen Schweizer Rundfunksender SRF zufolge habe Gashi sich bereits Anfang Januar in Syrien zum „Dschihad“ gemeldet, während er seine Angehörigen darüber im Unklaren und in der Annahme ließ, er würde sich in Thailand aufhalten.

Im Mai sollen SRF-Journalisten ihn telefonisch erreicht haben und Gashi soll ihnen deutlich gemacht, dass er ein tiefes und profundes Verständnis der Ideen von ISIS erlangt habe. Er wolle „etwas Gutes tun und dabei sterben“, soll er geäußert haben. „Das würde mich glücklich machen.“ Gegenüber „20 Minuten“ bat er seine Familie und Freunde, seine Entscheidung zu missbilligen, da „sie nicht die ganze Geschichte kennen“.

In Syrien soll Gashi eine verantwortungsvolle Rolle beim Aufbau des „Kalifats“ haben, so der SRF. Er soll einem Ausläufer des Euphrat entlang patrouillieren und dort Ausschau nach Schmugglern und Spionen halten, vor allem nahe der Stadt Membij.

 Quelle: Screenshot von Facebook
Quelle: Screenshot von Facebook

In der Kampfsportszene wurde der Schritt Valdet Gashis mit Empörung aufgenommen, einige fordern, ihm als Reaktion auf sein Engagement für den IS seine Titel abzuerkennen.

Gashi soll jedoch seine Brücken in die Schweiz nicht unmittelbar nach seinem Beitritt zur ISIS abgebrochen haben, sondern zuvor noch in Winterthur eine Mixed-Martial-Arts-Sportschule mit dem Namen „MMA Sunna“ gegründet haben.

 Quelle: Screenshot von Facebook
Quelle: Screenshot von Facebook

Dort soll er drei junge Männer im Alter zwischen 16 und 20 Jahren trainiert haben, die auch die gleiche Moschee in Winterthur besucht haben sollen. Alle drei Schüler und die Schwester des einen, sollen ebenfalls nach Syrien gereist sein, um sich der Terrormiliz anzuschließen.

Quelle: al-Hayat Media/ Propagandaarm des IS

Einer der drei, der 20-jährige Hajan, auch als Ibn Muhamad al-Kurdi bekannt, soll bereits im Kampf für die ISIS in Syrien gefallen sein. Gashi bedauerte den Tod seines „kurdischen Freundes“ auf seiner Facebookseite und kündigte an, die beiden würden einander schon bald wieder im „Jannah-al-firdaus“, einer muslimischen Bezeichnung für den „siebenten Himmel“, treffen.

Atef Shanoun, der Vorsitzende der Moscheevereinigung in Winterthur, deutet diese Aussage als Ausdruck der Entschlossenheit, nun den „Märtyrertod“ im „Dschihad“ zu suchen.

Gashis Familie übte scharfe Kritik an der Entscheidung des Kickboxers und rief ihn zur Rückkehr auf. „Valdets Platz ist bei uns – bei seinen Kindern, seiner Frau und seinen Eltern.“ Dem SRF zufolge ist Gashi verheiratet und hat zwei Töchter, eine davon wurde erst wenige Monate vor seinem Aufbruch nach Syrien geboren.

 

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