Lange Rede, wenig Sinn: Poroschenko spricht über anstehende russische Invasion und Parallelen zwischen ihm und Roosevelt

Quelle: RT (Archiv)
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Wirklich überraschen konnte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei seiner heutigen Ansprache vor der Rada kaum jemanden. Getreu der Devise „mehr ist mehr“, verglich sich der ukrainische Staatschef in seiner langen Rede mit dem einstigen US-Präsidenten Theodor Roosevelt, pries das Jahr 2016 als Jahr der englischen Sprache und auch die bevorstehende russische Invasion fehlte nicht als Textbaustein.

Wenig Neues hatte der Präsident bei seiner jährlichen Rede vor dem ukrainischen Parlament vorzubringen. Poroschenko, ganz Traditionalist, konzentrierte seine Ansprache vor allem auf "die russische Militärpräsenz in der Ukraine."

Quelle: CyberBerkut

Nach neusten Angaben sollen sich, wie Poroschenko erklärte, rund 9.000 russische Soldaten im Donbass befinden. Auch hat sich die Anwesenheit russischer Truppen an der russisch-ukrainischen Grenze im Vergleich zum vorherigen Jahr um das 1,5-fache vergrößert, erklärte der Staatschef weiter. Aktuell müsse man sich auf eine russische Invasion einstellen.

Zudem erklärte er den Rada-Abgeordneten, dass es bezüglich der gegen den Donbass ausgerufenen Wirtschaftsblockade solange keine Veränderungen geben wird, bis Kiew nicht "die totale Kontrolle über die ukrainisch-russische Grenze innerhalb der Region wiedererlangt."

Ob die Ukraine sich der NATO anschließen solle oder nicht, würde man von einem Referendum abhängig machen, so der Präsident weiter und betonte: "Diese Frage hängt zu sehr von der Gemeinschaft ab, als dass man sie von Einzelnen abhängig machen sollte." Wann ein solches Referendum anberaumt werden soll, blieb in der Rede unerwähnt.

Um Vergleiche mit historischen Persönlichkeiten nicht verlegen, zog der ukrainische Staatschef Parallelen zwischen seiner Amtszeit und der des amerikanischen Präsidenten Theodor Roosevelt in der Zeit zwischen 1901 bis 1909. Auch versprach Poroschenko das Jahr 2016 zum Jahr der englischen Sprache zu machen:

"Das Beherrschen der englischen Sprache wird für jeden, der im staatlichen Dienst arbeitet, ein Muss."

Weiter versprach der optimistisch gestimmte Präsident für das Jahr 2016 vor allem visafreie Einreise in die EU sowie weiterführende Korruptionsbekämpfung. Abschließend unterstrich Poroschenko vehement, dass sein Land eine Einmischung von außen in die "De-Oligarchisierung" der Ukraine nicht dulden werde. Ob sich diese Vehemenz auch durch die Sorge um seine eigenen Macht- und Einnahmequellen speist?

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