Lawrow: Anti-IS-Koalition ohne Abstimmung mit UN und Damaskus war ein Fehler

Quelle: Utenriksdepartementet UD/CC BY-ND 2.0
Quelle: Utenriksdepartementet UD/CC BY-ND 2.0
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat am Mittwoch erklärt, dass eine US-geführte Kampagne gegen den Vormarsch des selbsternannten „Islamischen Staates“ (IS) ein „gravierender Fehler“ war. Seit Start der Anti-IS-Koalition im August letzten Jahres sei es nicht gelungen, den IS signifikant zu schwächen, vielmehr konnte dieser in Syrien und Irak weiter expandieren. Zudem kritisierte er erneut die fehlende Einbindung der Vereinten Nationen, insbesondere des UN-Sicherheitsrates.

Im Rahmen eines Interviews mit Bloomberg TV monierte Lawrow den erneuten Alleingang Washingtons in Syrien und Irak "bei einem Problem, das die gesamte Region und darüber hinaus betrifft", und führte diesbezüglich aus:

"Leider koordinierten die US-Amerikaner, als sie ihren Kreuzzug gegen den IS in Syrien und Irak ausriefen, ihr Handeln nie mit dem US-Sicherheitsrat. Sie verkündeten einfach die Anti-IS-Koalition und gaben bekannt, dass die irakische Regierung ihre Zustimmung dafür gab."
Anschließend kritisierte er das Vorgehen der USA ohne jegliche Kommunikation mit der syrischen Regierung:
„Ich glaube, es war ein Fehler. Nur weil man nicht mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad arbeiten will, verbaut man sich die Möglichkeit, ein gemeinsames Problem, den Terrorismus, zu lösen. Sie tun sich nichts Gutes.“
Quelle: Ruptly

Die Frage, ob es mit Beginn der Anti-IS-Koalition zumindest zu einer Annäherung zwischen Damaskus und den USA kam, verneinte Lawrow.

 

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