Rechter Sektor verlangt Verbot der “Gay Pride Parade" in Kiew und droht mit Asow-Bataillon

Quelle: Thugs
Quelle: Thugs
Ultrarechte Gruppen haben den Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko aufgerufen, die Schwulen- und Lesbenparade am 6. Juni zu verbieten und drohen, sonst das Asow-Batailon „zu Hilfe“ zu rufen. Klitschko hatte bereits die vorherige „Gay Pride“ Parade wegen ähnlicher Drohungen verboten. Für deutsche Medien und Politiker scheinen nur die Bürgerrechte von Homosexuellen in Russland, nicht aber in der Ukraine, von Relevanz zu sein.

Es gehört mittlerweile zum klassischen Repertoire der westlichen Berichterstattung, Russland als extrem homophobes Land zu betiteln. Dass diese Generalisierung bei einem Land von der Größe und Vielfältigkeit wie Russland nicht der gesellschaftlichen Realität entspricht, sollte eigentlich allen halbwegs seriös arbeitenden Journalisten klar sein.

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Natürlich gibt es noch weitreichende und teilweise sehr homophobe Tendenzen in der russischen, traditionell christlich-orthodox geprägten Gesellschaft, aber ein größer werdender Teil der russischen Bevölkerung entwickelt eine „Leben und leben lassen“-Haltung hinsichtlich gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Es gibt, auch wenn dies teilweise kolportiert wird, keine strafrechtliche Verfolgung von Homosexuellen per se.

Wendet man aber den Blick in die Ukraine, dann ändert sich die westliche Berichterstattung merklich. Bis in höchste Regierungsämter gibt es offen homophobe und rassistische Vertreter, insbesondere aus dem Rechten Sektor.

Die westlichen Medien verweisen dann oftmals auf die angebliche „Marginalisierung“ dieses Sektors, ignorierend, dass ein relevanter Teil der Führungsschicht in den „etablierten“ Parteien zu Amt und Würde gekommen sind, oder direkt eingesetzt wurde, wie der Anführer des Rechten Sektors, Dmytro Jarosch, der zum Chefberater des ukrainischen Verteidigungsministeriums ernannt wurde.

Quelle: Ahonc

Nun hat der Rechte Sektor öffentlich dazu aufgerufen, die für den 6. Juni geplante „Gay Pride“ Parade zu verbieten, und, falls der Bürgermeister von Kiew Klitschko und die Polizei dieser Aufforderung nicht nachkommen sollten, den Einsatz des berüchtigten Asow-Bataillons angefragt, um bei der „Zerschlagung der Parade zu helfen.“

Was werden wohl die deutschen Medien und die selbsternannten Menschenrechtsverteidiger à la Volker Beck oder Maire-Luise Beck dazu sagen, wenn das neo-faschistische Asow-Bataillon und der Rechte Sektor die „Gay Pride Parade“ am 6. Juni  in Kiew gewalttätig auseinandertreiben?

Werden sie überhaupt darüber berichten und intervenieren, und wenn ja, mit welchem Fokus? Es drängt sich ein Verdacht auf, der auch bereits in einem Beitrag von David Rudge im Russian Insider  formuliert wurde:

„Während sich der Westen sehr für das Schicksal von Homosexuellen in Russland interessiert, scheinen ihm die Rechte von Schwulen und Lesben in der Ukraine ziemlich egal zu sein.“