Gorbatschow unterstützt russische Position - Doch die deutsche Presse hört weg

Gorbatschow unterstützt russische Position - Doch die deutsche Presse hört weg
Der sowjetische Ex-Präsident Michael Gorbatschow hat vergangene Woche vor einem Eingreifen anderer Staaten in den innerukrainischen Konflikt gewarnt. In einem Interview sagte der Friedensnobelpreisträger dem russischen Nachrichtendienst, "Moskau betreibt diesbezüglich eine richtige Politik und distanziert sich von der Entwicklung im Nachbarland".

In der westlichen Medienlandschaft scheinen Gorbatschows Worte jedoch entweder absichtlich missverstanden worden zu sein oder fanden erst gar kein Gehör.

Und so erscheint der 83 jährige Ex-Präsident in der deutschen Presse, nur als Gegner der Politik Russlands.

So kommentiert etwa der Tagesspiegel dazu: "Der russische Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hat angesichts der Eskalation im Ukraine-Konflikt vor einem schrecklichen Blutvergießen in Europa gewarnt".

Ähnliches verwegen zitiert auch die Welt: "Wenn der Staat angerührt wird, (...) dann werden dort alle hineingezogen. Wir könnten dann zu einem schrecklichen Blutvergießen in Europa kommen. Das darf nicht zugelassen werden."

Und da Putins Aussagen entweder als Bedrohung gegen den westlichen Bürger ausgelegt oder auch aus dem Kontext gerissen werden, fallen diesmal Gorbotschows prorussische Aussagen einfach gänzlich untern Tisch der westlichen Berichterstattung. Warum auch einem Friedensnobelpreisträger das Wort erteilen, der vor Einmischung warnt, wenn ein weiterer Nobelpreisträger namens Obama bereits sein Kriegsschiff, den Zerstörer „Donald Cook“ ins Schwarze Meer geschart hat. Deeskalation sieht anders aus.

Erst vergangenen Donnerstag gaben die USA, Russland, die EU und die Ukraine eine gemeinsame Erklärung ab. Die angespannte Lage in der Ukraine sollte aufgrund der Konferenz zu einem Ende der Gewalt führen.

Und das funktioniert dann auch am besten in dem die NATO fünf weitere Marine-Schiffe in die Ostsee entsendet, wie wir wissen.

Die NATO macht sich ihre Welt eben genau so wie sie ihr gefällt. Die Truppenverlegung soll lediglich "Solidarität mit den Bündnispartnern demonstrieren".

Warum die deutsche Presse hier nicht sofort von Provokation spricht, ist schleierhaft.

Und so wird klar, dass das, was dem einen gewehrt wird, dem anderen sofort als Kriegserklärung ausgelegt werden kann.

Zu großer Freude aller Kriegsgegner versprach der NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko darüber hinaus auch noch Präzisionswaffen.

Natürlich sind diese stets Teil eines gut funktionierenden Waffenstillstands.

Dass Russland daraufhin mit Besorgnis reagierte und der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow, die Nato mit Nachdruck zur Klarstellung aufforderte, wozu die Waffen geliefert und gegen wen sie eingesetzt werden sollen, ist in Deutschland offensichtlich auch untergegangen.

Und so fragt man sich, warum nicht mal einem Nobelpreisträger zu hören, der nicht am Aufrüsten interessiert ist?

Michael Gorbatschow ergreift weder Partei für den Osten noch für den Westen.

Der sowjetische Ex-Präsident der die deutsche Wiedervereinigung mit ermöglichte und ebenfalls das Ende des Kalten Kriegs ohne militärische Hilfe mit einleitete, spricht vielleicht aus langjähriger Erfahrung?

Ein militärischer Eingriff löst keinen Frieden aus.

„Falls sich Russland einmischt, wird ein solcher Brand entfacht, den auch die ganze Welt wird nicht löschen können… Wenn andere Länder verwickelt werden, wird der Konflikt nur expandieren. Das darf nicht zugelassen werden“. Michael Gorbatschow ergreift weder Partei für den Osten noch für den Westen.

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