Leiter des ukrainischen SBU: Wir müssen uns gegen die nukleare russische Bedrohung mit US-Raketensystem wehren

Patriot-Raketenabwehrsystem - CC BY-SA 3.0
Patriot-Raketenabwehrsystem - CC BY-SA 3.0
Russland droht Vergeltungsmaßnahmen an für den Fall, dass Kiew tatsächlich ein US-Raketenabwehrsystems in der Ukraine installieren würde. Dies gab Kreml-Sprecher Dimitri Peskow bekannt. Zuvor hatte Aleksandr Turtschinow, Leiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU), erklärt, Russland hätte bereits damit begonnen, Atomraketen auf der Halbinsel #Krim zu stationieren und stelle somit eine „nukleare Bedrohung“ dar, gegen die man sich wehren müsse.

Der Kreml-Sprecher erläuterte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch die Sichtweise Moskaus:

„Sollte die Ukraine ihren Plan, US-Raketenabwehrsysteme auf ihrem Hoheitsgebiet zu errichten, nicht aufgeben, bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Schritt nur negatives Signal an uns interpretieren. Diese Entscheidung sehen wir als Bedrohung für die Russische Föderation an. Falls Raketenabwehrsysteme in der Ukraine stationiert werden sollten, wird Russland zum Schutz der eigenen Sicherheit Gegenmaßnahmen ergreifen.“
In einer vorangegangenen Erklärung behauptete Aleksandr Turtschinow, Leiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU),  Russland hätte bereits damit begonnen, Atomraketen auf der Halbinsel Krim zu stationieren und stelle somit eine „nukleare Bedrohung“ dar. Er führte weiter aus:

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„Die auf der Krim stationierten Atomwaffen, sind in erster Linie auf europäische Länder ausgerichtet. Diese stellen auch eine echte Gefahr für die Türkei dar, die unter anderem auch Mitglied der NATO ist.“
„Um uns vor der nuklearen Bedrohung zu schützen, müssen wir möglicherweise über die Stationierung eines Raketenabwehrsystems in der Ukraine nachdenken“, betonte der SBU-Leiter in seiner Erklärung weiter und forderte darüber hinaus weitere internationale Sanktionen gegen die Russische Föderation in Form  einer Sperrung des Bosporus für russische Marineschiffe sowie einen Ausschluss Russlands aus dem internationalen SWIFT Finanztransfersystem.

Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur RIA Novosti, inwieweit die NATO bereit wäre Turtschinows Angaben zur Stationierung eines Raketenabwehrsystems in der Ukraine zu bestätigen, gab die Allianz an, sie sei „für den Schutz ihrer Mitgliedstaaten vor Raketenbedrohungen verantwortlich.“ Trotz der bereits zugesagten Unterstützung der NATO, ist die Ukraine jedoch bisher kein Mitglied der westlichen Militär-Allianz.

Derweil bezeichnete der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen des Föderationsrates, Turchinows Angaben als „heiße Luft“ und „perspektivlos“.

Bereits im März erklärte der Direktor des russischen Außenministeriums der Abteilung für Rüstungskontrolle, Moskau habe zwar das Recht Atomwaffen auf der Krim zu stationieren, da die Halbinsel seit dem Referendum von 2014 zum russischen Territorium gehöre. Zugleich erklärte er jedoch, dass es keine Pläne dafür eine solche Stationierung gäbe.

 

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