USA gehen in die "Offensive" und veröffentlichen Dokumente von Osama Bin Laden, darunter sein Testament und Informationen über Illuminati

Quelle: Ruptly
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Nach offiziellen Angaben wurde der Al-Kaida Führer Osama Bin Laden 2011 im Rahmen einer geheimen Kommandoaktion in Abbottabad, Pakistan getötet. Glaubt man der neuen "Transparenzinitiative" der USA, interessierte sich Bin Laden vor allem für Frankreich, Verschwörungstheorien, insbesondere zu den Illuminati, sowie für offizielle Untersuchungen zu den Anschlägen vom 11. September. Dies geht aus dem in seinem Versteck aufgefundenen Bestand an Dokumenten und Büchern hervor, die während der Razzia der Navy SEALs auf seinem Anwesen gefunden worden sein sollen.

Am Mittwoch hat das Büro der Nationalen Geheimdirektion (ODNI) eine Liste englischsprachigen Materials veröffentlicht, das 2011 während der Aktion in Pakistan, im Zuge derer Bin Laden getötet wurde, sichergestellt werden konnte. ODNI veröffentlichte zudem mehr als 100 persönliche Dokumente, die dem früheren Al-Qaida-Führer zuzuordnen sein sollen, darunter Briefe an Familienmitglieder und Verbündete. Unter den sichergestellten Dokumenten befanden sich mindestens 75 öffentlich zugängliche Berichte der US-Regierung in Bin Ladens Haus, darüber hinaus eine Reihe von E-Books, Bedienungsanleitungen für Computer, religiöse Dokumente und Studien von Think Tanks.

Seymour_Hersh - Quelle: Institute for Policy Studies - CC BY 2.0

Die nunmehrige Transparenzoffensive kommt wenige Tage, nachdem der preisgekrönte Journalist Seymour Hersh in einem Interview mit RT America darüber geklagt hatte, dass „Schatzkisten voll mit Dokumenten“ vom Anwesen Bin Ladens mitgenommen worden wären, aber der Öffentlichkeit vorenthalten würden. CIA-Sprecher Ryan Trapani, sprach gegenüber AFP jedoch davon, dass es ein Zufall sei, dass die Dokumente so kurz nach diesem Interview veröffentlicht würden.

„Der Fokus sollte darauf liegen, das amerikanische Volk zu töten und zu bekämpfen“, schrieb Bin Laden in einem seiner Briefe an einen Gesinnungsgenossen. An eine seiner Frauen wiederum schrieb er:

„Ich werde keine Frau wie Dich finden, und ich werde im Land des Dschihad bleiben, bis Gott uns in dieser Welt wieder zusammenbringt.“
Ein Brief an eine weitere seiner Frauen enthält auch eine Art Testament, in dem er diese anweist, im Falle seines Todes die Kinder, vor allem die Mädchen, vor allem nach ihrer Pubertät vor schlechtem Umgang zu schützen und sie nach Möglichkeit mit Mujahideen zu verheiraten. Sein Sohn Osama hingegen sollte auf den Dschihad vorbereitet werden, da dieser eine Pflicht für alle Erwachsenen darstellen würde.

Quelle: Screenshot YouTube-Video

Unter den Büchern, die Bin Laden im Regal hatte, befanden sich unter anderem „Obama‘s Wars“ vom Pulitzer-Preisträger Bob Woodward, eine Bestandaufnahme der Rolle der derzeit im Amt befindlichen Administration in Konflikten außerhalb der Landesgrenzen, sowie zwei Bücher von Noam Chomsky. Es war zudem ein Exemplar des offiziellen Berichts der US-Regierung zu den mutmaßlich von Bin Laden organisierten Anschlägen vom 11. September 2001 vorrätig und Berichte über die Situation im Irak, über Afghanistan und über Al-Qaida, neben zahlreichen anderen.

Aber auch Frankreich erregte das Interesse des Top-Terroristen. Es wurden mehr als ein Dutzend Gegenstände mit Bezug zu Frankreich oder der französischen Wirtschaft gefunden, darunter Factsheets und eine Liste französischer Schifffahrtsunternehmen. Darüber hinaus fand sich auch verschwörungsideologisches Material, darunter Bücher wie „Blutlinien der Illuminaten“ oder „The New Pearl Harbor: Disturbing Questions About the Bush Administration and 9/11“.

Der Vorsitzende des für Geheimdienste zuständigen Komitees des US-Repräsentantenhauses, Devin Nunes (R-Kalifornien) erklärte in einem Statement gegenüber dem „Guardian“:

„Es liegt im Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit, dass Staatsbürger, Akademiker, Journalisten und Historiker die Möglichkeit bekommen, Bin Ladens Dokumente zu lesen und nachzuvollziehen.“
Jeff Anchukaitis, ein DNI-Sprecher, erklärte, die veröffentlichten Dokumente umfassen „eine ansehnliche Tranche von Dokumenten, die während der Razzia aufgefunden wurden“ und man entschloss sich auf Grundlage des Verlangens Präsident Barack Obamas nach „stärkerer Transparenz“ dazu, sie freizugeben.

Die Geheimdienste wollen nun hunderte weitere Dokumente sichten, die in Bin Ladens Nachlass gefunden worden sind, mit dem Ziel, diese möglichst zeitnah deklassifizieren und für die Öffentlichkeit freigeben zu können, heißt es aus den Direktorat. Alle Dokumente könnten dann publiziert werden, ohne laufende Operationen gegen Al-Qaida oder andere Terrororganisationen zu gefährden.

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