Merkel zensiert ARD-Bericht über Schulbesuch der Kanzlerin wegen israelkritischer Fragen der Schüler

Quelle: Ruptly
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Bei ihrem Besuch in einer Berliner Schule soll Bundeskanzlerin Merkel gegenüber der ARD und anderen Medienvertretern eine strikte Presse-Zensur durchgesetzt haben. Im Gespräch mit Schülern soll Merkel das Filmen der Frage-Antwort-Runde untersagt haben, insbesondere den Part, in denen Berliner Schüler mit palästinensischen Wurzeln kritische Fragen zum Waffentransport nach Israel gestellt hatten . Kritiker sprechen von Zensur durch die Kanzlerin und fühlen sich an die „Aktuelle Kamera“ der DDR erinnert.

"Offenbar entscheidet bei den öffentlich-rechtlichen Sendern die Kanzlerin, was gedreht werden darf. Merkels Besuch in einer Berliner Schule erinnert an die Besuche Honeckers bei den Jungen Pionieren", kritisierte etwa der Publizist Henryk M. Broder den Bericht der Tagesschau zu Merkels Schulbesuch am letzten Dienstag.

So soll die ARD aufgrund des Staatsbesuchs des israelischen Präsidenten in der deutschen Hauptstadt die Bundeskanzlerin in eine Berliner Schule begleitet haben und dabei in einem Gespräch weder die Frage einiger Schüler mit „palästinensischen Wurzeln“, warum Deutschland Waffen nach Israel exportiere, noch ihre Antwort darauf habe filmen dürfen.

Als leichte Kost waren lediglich die Aufnahmen in Weitwinkelperspektive der Bundeskanzlerin im Gespräch mit Schülern genehm. In der Abmoderation des Beitrags kommt der Missmut der ARD-Redaktion subtil zum Tragen:

"Wegen seiner Geschichte habe Deutschland die Verantwortung Israel zu unterstützen, so ihre Antwort. Doch auch die dürfen Kameras schon nicht mehr drehen."