Der letzte Tanz des sterbenden Schwans - Ballet-Weltstar Maja Plissezkaja starb im Alter von 89 Jahren in München

Quelle: Deutsche Fotothek
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Maja Plissezkaja, die sowjetische Balletlegende, ist am 2. Mai in München, im Alter von 89 Jahren an Herzversagen gestorben. Die Ballerina entstammt einer russisch-jüdischen Ballettfamilie und tanzte über sechs Jahrzehnte auf den Bühnen der Welt. Ihre letzte Vorstellung gab sie 1996 im Alter von 71 Jahren. Für das Bolschoi-Theater tanzte sie die großen Rollen in "Schwanensee" und "Dornröschen. Als ihre Glanzrolle galt „Der sterbende Schwan“.

Die Jugendjahre von Plissezkaja waren geprägt von den stalinistischen Säuberungsaktionen. Ihr Vater, General-Ingenieur in der Kohleindustrie, wurde im April 1937 verhaftet und 1938 hingerichtet. Doch erst 1989 erfuhr seine Familie von diesem Schicksal.  Plissezkajas Mutter wurde in Folge der Verhaftung ihres Ehemannes in das Akmola-Lager für „Ehefrauen von Vaterlandsverrätern“ gebracht, aus dem sie 1940 entlassen wurde. Die zukünftige Ballerina wuchs in der Zwischenzeit bei ihrer Tante Tante Schulamit auf, Ballerina im Bolschoi-Ballett.

Diese familiäre Vorgeschichte führte dazu, dass sie zwar bereits 1943 Mitglied des Ballettensembles des Bolschoi-Theaters wurde, auch außergewöhnlich schnell den Rang einer Solistin inne hatte, jedoch erst nach 16 Jahren die Erlaubnis erhielt, auch an Auslandstournee ins „nicht-sozialistische Ausland“ teilzunehmen, 1959 im Alter von 34 Jahren führte sie eine erste Westtournee in die USA. Es war ihre Vorstellung in New York, die die Basis für ihren Weltruhm legte.

In den letzten Jahren war sie mit ihrem Mann, dem Komponisten Rodion Schtschedrin zwischen den Wohnorten Moskau und München gependelt.  Ihre Lebenserinnerung hat sie in den Büchern "Ich, Maja" und "Haltung bewahren" festgehalten.

"Russland trauert um eine großartige Frau und Künstlerin", so der bekannte russische Kulturpolitiker Michail Schwydkoi und führte weiter aus:

"Plissezkaja war eine göttliche und leidenschaftliche Tänzerin und Schauspielerin"
Präsident Wladimir Putin übermittelte den Angehörigen sein Beileid. Regierungschef Dmitri Medwedew sagte sichtlich betroffen:
"Mit ihrem Tod geht eine Epoche zu Ende. Sie war ein Genie voller Noblesse"
Das Bolschoi-Theater will anlässlich ihres 90. Geburtstags am 20. November einen Gedenkabend inszenieren.  Die Tänzerin soll in Moskau beigesetzt werden.

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