Heureka! Griechenland hat wieder ein öffentlich-rechtliches Fernsehen

Quelle: espensorvik/(CC BY 2.0
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Die infolge hochumstrittener, durch die Troika aufoktroyierter Sparmaßnahmen, vor zwei Jahren geschlossene öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt ERT kehrt zurück auf die Bildschirme Griechenlands. Das neues Budget umfasst 60 Millionen Euro und soll über eine Rundfunkgebühr von drei Euro pro Monat abgesichert werden. Zum Vergleich, das Gesamtbudget der ARD beträgt pro Jahr rund 6,3 Milliarden Euro.

Vor allem auf Betreiben der Regierungspartei Syriza hat das griechische Parlament in der Nacht zum Mittwoch beschlossen, das 2013 "aus Kostengründen" abgeschaffte öffentlich-rechtliche Fernsehen wiederzueröffnen.

Auch die sozialistische PASOK-Partei sowie ausgewählte Mitte-Links-Abgeordnete stimmten für das Gesetz, während die ehemalige Regierungspartei Neo Dimokratia, die seinerzeit den Sender abschaffte, vehement gegen ein Revival von ERT stimmte.

Quelle: Ruptly

Nun soll der Fernsehkanal ein bescheidenes Budget von 60 Millionen Euro erhalten. Dabei soll die Finanzierung vor allem über eine Rundfunkgebühr von drei Euro pro Monat abgesichert werden. Zum Vergleich: Das Gesamtbudget der ARD beträgt pro Jahr rund 6,3 Milliarden Euro.

Laut griechischen Medienberichten soll der neue Sender 2.300 Arbeitsplätze schaffen. Diese sollen vor allem denjenigen zu Gute kommen, die nach Schließung des Senders 2013 gehen mussten.

Insgesamt wurden bis zur Schließung von ERT rund 2.600 Arbeitnehmer beschäftigt, die nun auf Wunsch zurückkehren dürfen. Einige von ihnen fanden in der Zwischenzeit beim ERT-Nachfolger NERIT eine neue Anstellung. Bei NERIT arbeiten bei noch kleinerem Budget rund 500 Beschäftigte.

Die Wiedereinführung des Senders war eine der zentralen Wahlversprechen des nunmehr regierenden Linksbündnis SYRIZA.

Als der Kanal aus vermeintlichen Kostengründen eingestellt wurde, löste die Schließung in Griechenland wochenlange Massenproteste aus. Insbesondere vor dem Fernsehgebäude in Athen versammelten sich Demonstranten zu Großkundgebungen. Dabei wurde auch gegen das erdrückende Spardiktat der Troika demonstriert, welches die griechische Regierung erst zu der Verzweiflungstat zwang, den nationalen Fernsehsender zu schließen.

Fünf Monate lang hielten ERT-Mitarbeiter den Sender besetzt und strahlten über das Internet ein Notprogramm aus, bis schließlich Spezialeinheiten der Polizei den Sender stürmten.

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