Erwünschte Nebenwirkung? Saudi-Offensive führt zur Wiedererstarkung von al-Qaida im Jemen

Quelle: Public Domain
Quelle: Public Domain
Bereits seit vier Wochen geht Saudi Arabien gegen die Huthi-Rebellen im Jemen vor, ohne spürbare Erfolge zu verzeichnen. Stattdessen steigt die Zahl der zivilen Opfer stetig an. Nun scheint mit der al-Qaida auch eine gute alte Bekannte der „westlichen Wertegemeinschaft“ im Bürgerkriegsstaat am Golf von Aden einen zweiten Frühling zu erleben. Zudem steigt die Gefahr einer internationalen Konfrontation, da mittlerweile die USA, Ägypten, Saudi-Arabien und der Iran Kriegsschiffe in Richtung Jemen entsandt haben.

Erst am gestrigen Montag starben 30 Zivilisten, als die saudische Luftwaffe ein angebliches Raketendepot der Huthis ins Visier nehmen wollte, stattdessen aber ein Wohnviertel traf.

Nun droht die Situation noch weiter zu eskalieren, da immer mehr Akteure ihre militärische Präsenz in der Region verstärken. So haben mittlerweile die USA, Ägypten und der Iran Kriegsschiffe in Richtung Jemen und die dortige Meerenge Bab al-Madab entsandt. Bereits neun US-Kriegsschiffe sollen bereits vor Ort sein, der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt sei gerade auf dem Weg.

Die Amerikaner beschwichtigen und sichern zu, die Schifffahrtsrouten offen halten zu wollen. man wolle lediglich das Waffenembargo überwachen, das der UN-Sicherheitsrat – bei russischer Enthaltung - in der Vorwoche gegen die Huthis verhängt hatte. An ein aktives eigenes Eingreifen sei nicht gedacht. Neben der Überwachung des Waffenembargos sei man noch bestrebt, der Piraterie in der Region Einhalt zu gebieten.

Quelle: RT

Die westlichen Verbündeten Saudi Arabiens gehen davon aus, dass der Iran die Huthi-Rebellen mit Waffen unterstützen und damit zur Eskalation der Gewalt im Jemen beitragen würde.

Unterdessen wird immer lautere Kritik vor allem seitens des Iran am Vorgehen Riads laut. Zum einen soll Saudi Arabien im Zuge seiner Offensive unter anderem auf Phosphorbomben und andere geächtete Waffen zurückgreifen. Die „westliche Wertegemeinschaft“ hat es im Ernstfall allerdings selten allzu genau genommen mit der „Universalität der Menschenrechte“. Nun droht im Zusammenhang mit dem Einsatz der Saudis jedoch eine Entwicklung, die auch objektiv den eigenen Interessen entgegenläuft.

Quelle: Ruptly

Hatten die USA im Jemen über Jahre hinweg versucht, auch unter Einsatz von Kampfdrohnen der Terrororganisation al-Qaida, die im Jemen ein ruhiges Hinterland gefunden hatte, beizukommen, gelingt es nun den ihr zugehörigen Milizen, parallel zu den Luftangriffen ihren Einflussbereich auszubauen. So wurde kürzlich die nicht unbedeutende Stadt al-Mukalla erobert. Von dort aus könnte es al-Qaida nun leichter fallen, sich weitere strategische Ziele zu setzen und deren Umsetzung in Angriff zu nehmen.

Saudi-Arabien will die Angriffe fortsetzen, bis der geflüchtete Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi wieder im Amt und die Huthis besiegt sind. Riad dürfte mit dem Krieg im Jemen auch die Flucht nach vorne angetreten haben, vor dem Hintergrund des Erfolges, den der Iran im Zusammenhang mit den Atomverhandlungen zu verzeichnen hatte. Sollten im Zuge dieses Prozesses am Ende auch die Sanktionen der Internationalen Gemeinschaft gegen den Iran fallen, könnte dieser in der Region eine Bedeutung erlangen, die in Riad Einkreisungsängste weckt.

 

comments powered by HyperComments