Huthi-Rebellenführer: Wir haben alles Recht die saudische Aggression mit allen Mitteln zu stoppen

Quelle: Ruptly
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Saudi Arabien hat seine Luftschläge gegen den Jemen verstärkt und will entscheidende Fortschritte im Kampf gegen die Huthi-Milizen erzielt haben. Gleichzeitig verstärkte Riad jedoch seine Grenzsicherung, da man offenbar die Möglichkeit in Betracht zieht, dass "der Feind" versuchen könnte, den Krieg ins eigene Land zu tragen.

Das jemenitische Volk habe das volle Recht, sich der „saudischen Aggression mit allen Mitteln und Optionen“ zu widersetzen, erklärte ein Rebellenführer der Schiiten-Miliz Huthi, während er darauf hinwies, dass Riad während einer „ersten Phase“ in weniger als einem Monat mehr als 2.300 Luftangriffe geflogen habe.

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Rebellenführer Abdel-Malik al-Huthi kündigte in einer Fernsehansprache erbitterten Widerstand gegen die von Saudi Arabien geführte militärische Intervention im Jemen an:

„Es ist das Recht unseres Volkes, sich den Angreifern mit allen Mitteln zu widersetzen.“
Dabei behauptet dieser, dass Saudi Arabien das Ziel verfolge, mittels einer „Invasion“ die „Besatzung“ des Jemens durchzusetzen, um „das Land an die Füße der [saudischen] Hegemonie“ zu binden.

„Unser jemenitisches Volk wird niemals nachgeben. Es wird im Angesicht der wilden Aggression zu widerstehen wissen“, schloss der Huthi-Vertreter, der offensichtlich aus taktischen Gründen die Interessen der nunmehr herrschenden Huthi-Minderheit mit denen des jemenitischen Volkes gleichzustellen versucht. Zuvor betonte al-Huthi, dem selbst eine pro-iranische Haltung nachgesagt wird, dass Saudi Arabien kein Recht dazu habe, sich in die Angelegenheiten seines Nachbarstaates einzumischen.

„Das politische Problem ist eine innere Angelegenheit und es liegt an uns, unsere Zukunft zu definieren“, forderte Abdel-Malik al-Huthi.

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Gleichzeitig kritisierte der Rebellenführer eine umstrittene UN-Resolution, die letzte Woche verabschiedet wurde und die ein alleiniges Waffenembargo über die Huthis im Jemen umfasst, als einen „unfairen“ des Westens am Konflikt.

Allein am vergangenen Sonntag starben infolge intensiver werdender Stammesfehden, welche angeblich durch das Zutun des saudischen Geheimdienstes befeuert werden, sowie Luftangriffen mindestens 85 Menschen, so die Nachrichtenagentur AFP. Allein in der Stadt Salih starben 31 Kämpfer durch Luftangriffe auf Stellungen der Huthi. Weitere zehn starben in der Stadt Taiz bei Kämpfen mit Hadi-treuen Truppen. Laut Berichten eines Sanitäters seien ebenfalls zahlreiche Milizionäre, die auf Seiten Hadis kämpfen, verwundet oder getötet worden. In den letzten Wochen erlebte Taiz, die drittgrößte Stadt des Landes, heftige militärische Auseinandersetzungen. Darüber hinaus wurden zahlreiche Tote in der Provinz Schabwa und der Hafenstadt Aden registriert.

Im Rahmen der Operation „Decisive Storm“ führte die saudische Luftwaffe am Samstag und Sonntag mehr als 106 Luftschläge durch, dabei soll laut dem saudischen Brigadegeneral Ahmed Asiri die zentrale Kommunikationsbefehlstelle der Huthis ausgeschaltet worden sein. Überdies wolle die saudische Luftoffensive das Gros der Huthi-Waffenlager zerstört haben. Asiri behauptete gegenüber dem Fernsehsender Al Arabiya wortwörtlich:

„Seit Beginn der Militäroperation wurden 80 Prozent der Waffenlager der Huthis zerstört.“
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Allerdings verlor er in keinem Satz seiner Stellungnahme ein Wort über zivile Opfer. Vielmehr sagte er, dass Huthis mittlerweile „Wohnhäuser, Bauernhöfe und Höhlen“ zu Lagerhallen und Kommandozentralen für Militäroperationen umfunktionierten.

18 der 22 Provinzen des Landes seien derweil von den Luftangriffen der von Riad geführten Koalition betroffen, schätzen die Vereinten Nationen. Rund 150 000 Menschen seien zu Binnenflüchtlingen geworden. 750 Menschen seien durch Kämpfe oder Luftangriffe bereits gestorben. Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe Johannes van der Klaauw teilte am Sonntag mit:

„Gewöhnliche Familien kämpfen um Zugang zu medizinischer Versorgung, Nahrung und Treibstoff - alles Grundvoraussetzungen zum  Überleben.“
Während Saudi Arabien unterdessen verkündete, „greifbare Ergebnisse in der ersten Phase“ der Operation erreicht zu haben, bezogen rund 15 000 saudische Soldaten auf Grund der Befürchtung, es könnte zu einem Überschwappen Huthi-treuer Kämpfer nach Saudi Arabien kommen, an der Grenze zum Jemen Stellung. Analysten vermuten, dass auf die erste Phase der saudischen Militäroperation eine Bodenoffensive folgen könnte.

Im letzten Jahr übernahmen die schiitischen Huthi-Rebellen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa die Kontrolle und stürzten in weitere Folge den sunnitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi, der nach Saudi Arabien floh. Saudi Arabien beschuldigt seinen geopolitischen Erzrivalen Iran, das sich als Schutzmacht aller Schiiten betrachtet, dass dieser die Huthis militärisch ausrüste.

 

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