Nach Holocaust-Eklat durch FBI-Direktor: Angespannte Beziehung zwischen Polen und USA

Quelle: Dnalor / CC BY-SA 3.0
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Der Chef der US-Bundespolizei FBI James Comey hat in einer Rede Polen und Ungarn eine Mitverantwortung für den Holocaust zugesprochen. Daraufhin bestellte das polnische Außenministerium den US-Botschafter in Polen ein, um ihm eine Protestnote zu überreichen und eine offizielle Entschuldigung einzufordern. Am heutigen Montag entschuldigten sich die USA offiziell bei Polen für die Äußerungen des FBI-Direktors.

In einer Rede vor dem Holocaust Museum in Washington DC, die in der Washington Post unter dem Titel „Wieso ich von FBI-Agenten verlange das Holocaust-Museum zu besuchen" veröffentlicht wurde, sagte Comey, Bezug nehmend auf die zahlreichen Mittäter beim Holocaust:

„Die Mörder und ihre Gehilfen aus Deutschland, Polen und Ungarn und so vielen anderen Orten glaubten, nichts Böses zu tun. Sie überzeugten sich selbst, dass das was sie taten richtig war, und so getan werden musste. So sind die Menschen, und dass sollte uns wirklich erschrecken.“

Vorwürfe von Ex-Außenminister Polens gegen Putin waren frei erfunden
Wenige Stunden nach dem Erscheinen des Beitrags richtete der polnische Botschafter in den USA, Ryszard Schnepf, einen Brief an den FBI-Direktor, in dem er gegen den Inhalt des Artikels protestierte.

Er betont in dem Brief, dass Polen nicht Verbrecher, sondern selber Opfer gewesen seien [Polen verlor unter der deutschen Besatzung ein Fünftel seiner Zivilbevölkerung]. Darüber hinaus bestellte das polnische Außenministerium den US-Botschafter in Warschau, Stephen Mull ein, um ihm eine Protestnote zu überreichen und eine offizielle Entschuldigung einzufordern, wie der Außenamtssprecher Marcin Wojciechowski in Warschau via Twitter mitteilte.

Auch der polinische Präsident Bronislaw Komorowski erklärte im staatlichen polnischen Fernsehen, dass Comeys Bemerkungen einen "Mangel an historischem Wissen" offenbaren und zudem "Tausende Polen beleidigt, die den Juden geholfen hatten".

Nach dem Besuch im Warschauer Außenministerium sagte der US-Botschafter vor Journalisten:

„Ich habe klargestellt, dass die Meinung, Polen sei in irgendeiner Weise für den Holocaust verantwortlich, nicht der Position der Vereinigten Staaten entspricht.”