Analysten überrascht - Rubel bisher erfolgreichste Währung 2015

Quelle: Petar Milošević / Public Domain
Quelle: Petar Milošević / Public Domain
Der Rubel ist wieder zurück: Am Montag stand er mit 55,3 gegenüber dem US-Dollar auf seinem bislang höchsten Stand des Jahres. Nachdem 2014 ein Katastrophenjahr für die russische Währung gewesen war und der Rubel als einer der größten Verlierer das Jahr beendet hatte, war er in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 sogar die Währung mit der weltweit besten Performance.

Gegenüber dem Wert des Dollars gewann der Rubel am Montag ein Prozent. Während er sich auf dem Wert von 55,3 gegenüber der US-Währung befindet, steht er mit dem Schlussstand am Montag an der Moskauer Börse gegenüber den Euro bei 60,8.

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Einer der wesentlichen Faktoren für die neu gewonnene Stärke des Rubels dürfte sein, dass auch der Spuk bezüglich der Dumpingpreise auf dem Ölmarkt, die Russland im Vorjahr vor massive Probleme gestellt hatten, beendet sein dürfte. So stiegen Brent May Futures tagsüber auf 56,36 US-Dollar pro Barrel, was einer Steigerung von drei Prozent entspricht, nachdem Saudi Arabien sich dazu entschlossen hatte, seine Rohölpreise für Asien zu erhöhen. WTI notierte bei 50,48 US-Dollar je Barrel.

Wie das Nachrichtenportal Bloomberg am Montag bestätigte, wandelte sich der Rubel entgegen allen Erwartungen von einer der schwächsten Währungen des Jahres 2014 in die beste des ersten Quartals von 2015.

Am 16. Dezember 2014 erreichte der Rubel seinen bislang schwächsten Stand. Damals hatte er 20 Prozent seines Wertes verloren und man konnte für einen US-Dollar 80 Rubel erwerben. Nur die ukrainische Hryvnia hatte 2014 ein noch schlechteres Ergebnis.

Im ersten Vierteljahr 2015 jedoch steigerte der Rubel seinen Wert um 4,4 Prozent, und das, obwohl die russische Zentralbank die Benchmark für den Referenzzinssatz um 300 Basispunkte angehoben hatte und Brent-Rohöl im Schnitt bei 55,17 US-Dollar pro Barrel lag, 29 Prozent niedriger als im vorangegangenen Quartal. In der Vorwoche stieg der Wert des Rubels in nur zwei Tagen um 3,6 Prozent.

Quelle: Ruptly

Die Vielzahl an Einflussfaktoren, die eine weitere Entwicklung des Rubels bestimmen, machen es, so Analysten, jedoch zu „einem der härtesten Jobs“, die weiteren Aussichten der russischen Währung auf den Finanzmärkten vorherzusagen, so Bloomberg. Unter anderem würde auch das weitere Schicksal des Waffenstillstands in der Ukraine mit zur Antwort auf diese Frage beitragen.

Auch der Ölpreis werde eine Rolle spielen, sollte er wieder sinken, könnte dies auch negative Auswirkungen auf die Stärke des Rubels haben. Steigt er aber tendenziell, könnte dies die Entwicklung des ersten Quartals verstärken.

„Keine meiner Erwartungen hinsichtlich des Rubels hat sich erfüllt“, gesteht auch Jewgenij Shilenko von Veles Capital LLC gegenüber Bloomberg ein:

„Das ist unsere neue Realität – es gibt zu viele Einflussfaktoren auf den Rubel, zu viele Elemente in der Matrix. Der Rubel ist komplett unvorhersehbar.“
Auch zahlreiche Ökonomen revidierten ihre Wachstumsprognosen hinsichtlich der russischen Wirtschaft. Die US-Bank JP Morgan geht für 2015 nunmehr von einem Minus von vier Prozent statt der zuvor vorhergesagten fünf Prozent aus.

Quelle: Ruptly

Sowohl in Russland als auch in den USA mehren sich die Einschätzungen, wonach die russische Wirtschaft das Schlimmste hinter sich habe und die Russische Föderation ein „unterschätztes Land der Möglichkeiten“ wäre. Die Sanktionen des Westens hätten zudem „keinen entscheidenden Einfluss“ auf die Zukunftsaussichten der russischen Wirtschaft.

Der Rubel-lastige MICEX-Index gehörte Analysten zufolge im Februar auch zu den best-performenden Indizes, was ebenfalls auf positive Wachstumsaussichten hinweise. Im Vorjahr bildete der Rubel vor allem die Ölpreise ab – während dort die Preise im Schnitt um 50 Prozent fielen, gab der Rubel um 44 Prozent nach. Derzeit performe der Rubel aber besser als der Brent-Rohölindex.

 

 

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