Kilez More im RT-Interview zu seinem neuen Song: "Leben und Tod des Imperialismus"

Foto: Kilez More
Foto: Kilez More
Der Politrapper Kilez More veröffentlichte gestern sein neues Stück "Leben und Tod des Imperialismus". Zwölf Minuten Geschichtsunterricht in Sachen US-Geopolitik. Für RT Deutsch steht der Wiener Musiker Rede und Antwort im Interview.

Kilez More, du bist seit vielen Jahren Musiker und machst politischen Rap. Was ist deine Motivation hinter dieser Arbeit?

Menschen erreichen, zum Nachdenken und bestenfalls zum Handeln bewegen. Musik kann hier einen wertvollen Beitrag leisten, da sie Inhalte auf eine lockere Art vermittelt, gerade für Leute, die nicht dem täglichen Nachrichtenstrom folgen. Wir sollten wieder mehr Eigenverantwortung zeigen und nicht alles blind glauben, was man uns vorsetzt. Alles hinterfragen, egal ob vom Spiegel, der Tagesschau oder von mir. Wir können alleine uns selbst, aber gemeinsam die Welt verändern.

Du behandelst in deinen Songs viele Themen die der im medialen Mainstream veröffentlichten Meinung eher widersprechen, kritisierst auch offen Meinungsmache und sogenannten Kampagnen-Journalismus. Wie ist im Gegenzug die Reaktion des Mainstreams auf dich?

Blackout. Politische Musik, die über die plakativen „Das System ist blöd“-Sprüche hinausgeht, wird nicht gern gesehen. Wenn es um Geld, Drogen und Frauen geht, klatscht die Presse Beifall, aber wehe es kommt jemand, der etwas zu sagen hat und zum Denken anregt. Ohne eine Plattenfirma und die entsprechende Maschinerie im Hintergrund habe ich es schwer, aber das bedeutet für mich nur, dass ich es umso mehr versuchen muss. Aufgeben ist hierbei keine Option.

In deinem neuen Stück “Leben und Tod des Imperialismus” geht es um die US-Geopolitik der vergangenen Jahrzehnte. Um alle Kriege und Staatsstreiche anzusprechen, an denen die USA in dieser Zeit beteiligt waren, benötigst du 12 Minuten. Kannst du die Botschaft deines neuen Werkes hier nochmal kurz zusammenfassen?

Über 60 Jahre in 12 Minuten zu verpacken war schon schwer genug, ich denke, dass sich jeder selbst ein Bild von mir und dem Song machen muss. Aber eine Schlüsselstelle ist, dass es nichts bringt nun jemanden zu hassen oder zu verteufeln, da die Fehler in der Vergangenheit nicht mehr zu revidieren sind. Wir sollten nun aus der Geschichte lernen, damit wir die selben Fehler nicht nochmal machen und es für uns und unsere Zukunft besser machen können.

Wie schon oben von dir erwähnt, kannst du bei deiner Arbeit nicht auf die Unterstützung der Mainstream-Medien zählen. Was bedeutet das für dich als Künstler? Wie veröffentlichst du deine Lieder, wie erreichst du dein Publikum?

Das Internet spielt eine tragende Rolle, denn dass man in näherer Zukunft einen Song von mir im Radio oder TV hört ist utopisch. Die Musikvideos schicke ich über meinen Youtube-Kanal in die Welt und auf meiner Website gibt es weitere Infos, CDs, Texte, etc. Aber es wird einem nicht leicht gemacht als politischer Musiker, der Fragen aufwirft, Unangenehmes anspricht und aneckt. Denn die Musik alleine kann nichts bewegen, ohne die Unterstützung der Hörer und Hörerinnen, die die Botschaften nach Außen tragen. So sehe ich mich eher als Sprachrohr einer ungehörten, revolutionären Jugend.

Vielen Dank für das Interview.