MH17-Theorien: Kann SU-25 Kampfjet eine Boeing abschießen? Ex-Pilot nimmt Stellung

Quelle: RT
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Erst im Juli werden die Ergebnisse der Untersuchung offiziell bekannt gegeben. Bis dahin gibt es nur verschiedene Theorien über die Absturzursache. RT sprach mit einem ehemaligen Piloten über die Fähigkeiten des Jets.

Während die Untersuchungen der Tragödie um MH17 weitergehen, hat der Chefkonstrukteur der Kampfjet SU-25 deutschen Medien erklärt, dass der Jet keinesfalls das Passagierflugzeug abgeschossen haben kann.

Kiew und einige westliche Staaten haben die Schuld auf Milizen in der Ostukraine und Russland geschoben. Das russische Verteidigungsministerium hatte daraufhin im Juli Radardaten veröffentlicht, die andere Möglichkeiten aufzeigte – unter anderem einen Angriff durch einen ukrainischen Sukhoi-25 Kampfjet, der das Passagierflugzeug verfolgt haben soll.

 

Zeuge bestätigt angeblich Abschuss von MH17 durch ukrainischen Kampfjet

Internationale Untersuchungen ziehen sich seit neun Monaten hin, währenddessen werden die Diskussionen über die Ursachen regelmäßig angeheizt, diesmal von Chefkonstrukteur der SU-25. Der in Kiew geborene russische Flugzeugingenieur Wladimir Babak sagte am Montag, dass die SU-25, die kurz vor dem Crash neben MH17 gesehen wurde, gar nicht die Fähigkeit hätte, ein Passagierflugzeug abzuschießen. Außerdem hätte eine Luft-Luft-Rakete die Boeing nur beschädigt – nicht komplett zerstört während sie noch in der Luft war.

„Ich glaube dass alle Anschuldigungen, dass eine SU-25 in diese Tragödie involviert gewesen sein könnte, ein Versuch der Vertuschung sind“, sagte Babak in einem Interview gegenüber NDR und WDR. „Anders kann ich es nicht erklären. Wir können nicht verstehen, wie eine SU-25 eine Boeing runterbringen könnte.“
‘SU 25 können sehr hoch fliegen und starke Raketen tragen’

Dennoch widersprechen Babak einige ehemalige hohe Beamte und SU-25 Piloten.

Anhand der Analyse der Überreste des Flugzeugs und der Art des Schadens gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Flugzeug von einer Luft-Luft-Rakete und einem Flugabwehrgeschütz getroffen wurde, sagte Generalleutnant Aleksander Maslow, ehemaliger stellvertretender Leiter der russischen Flugabwehr- und Landstreitkräfte, gegenüber RT.

Quelle: Mir Zafriz /planespotters.net

„Die veröffentlichten Bilder [von der MH17 Unglückstelle] ermöglichen uns die Annahme, dass die Boeing von einem Militärflugzeug abgeschossen wurde. Zusätzlich gibt die Beschädigung den Hinweis darauf, dass das Flugzeug mit einer Luft-Luft-Rakete und einer 30mm-Flugzeugkanone beschossen wurde“, so Maslow.

Zur Manövrierfähigkeit des Jets in großen Höhen, merkte der ehemalige Kommandeur einer Luftfahrtdivision Generalmajor Sergej Borysyuk an, dass der Jet die Möglichkeit habe „komfortabel zu manövrieren“, auch in solchen Höhen.

„Ich bin persönlich und nicht nur einmal auf einer Höhe von 12.000 Metern geflogen…“, sagte er. „Meine Kollegen sind bis zu 14.000 Metern aufgestiegen.“

Borysyuk erklärte weiter, dass die R-60 Raketen der SU-25 eine Infrarot-Zielfindung und einen Stabsprengkopf haben. Anhand der Bilder wäre es wahrscheinlich, dass R-60 Raketen benutzt wurden.

„Die Reichweite der Raketen ist 7,5 Kilometer. Und unter diesen Bedingungen erhöht sich die Trefferwahrscheinlichkeit“, fügte er hinzu.

 

Malaysia Airlines Flug MH17 ist am 17. Juli 2014 auf seinem Flug von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der von Rebellen besetzten Ostukraine abgestürzt. Fast 300 Menschen kamen dabei um.