Doppelte Staatsbürgerschaft nun auch für Jazenjuk trotz offiziellen Verbots

Quelle:  Jeff Nelson (CC BY-SA 2.0)
Quelle: Jeff Nelson (CC BY-SA 2.0)
Scheinbar darf sich der ukrainische Premierminister Arsenij Jazenjuk nun nicht mehr nur Ukrainer, sondern auch Kanadier nennen, trotz des in der Ukraine bestehenden Verbotes einer doppelten Staatsbürgerschaft. RT-Deutsch Reporterin Anna Schalimowa recherchierte.

Während in der Ukraine eine doppelte Staatsbürgerschaft gesetzlich untersagt ist, ist eine solche in Kanada legitim. Die mit westlicher Hilfe erworbene kanadische Staatsbürgerschaft Jazenjuks garantiert dem Premier nicht nur die eigene Sicherheit, sondern sichert ebenfalls seiner Familie die Möglichkeit die Ukraine schnellstmöglich zu verlassen, falls sich die Situation des Landes weiter verschlimmern sollte.

Dass der Vorsitzende der Volksfront Partei auch in Kanada einen solchen Erfolg für sich einheimsen kann, wundert wenig, wenn man bedenkt, dass Kanada sich bereits im Februar 2014 ganz offenkundig für Jazenjuks politische Ziele und Machtübernahme aussprach.

Obwohl es aktuell noch keine offiziellen Belege zur doppelten Staatsbürgerschaft des Premiers gibt, zeigt sich, dass innerhalb der Ukraine, trotz des gesetzlichen Verbotes, ein solches Vorgehen vor allem unter der politischen Liga weit verbreitet ist.

So wird dem derzeitigen Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko nachgesagt, neben der ukrainischen, auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Auch die erst kürzlich ernannte ukrainische Finanzministerin Natalia Jareschko ist immer noch in Besitz ihres US-Passes. Wie erklärt wurde, muss sie diesen zwar abgeben, doch läuft die Abgabefrist erst in mehreren Jahren aus.

Mit insgesamt drei Staatsbürgerschaften führt der ukrainische Oligarch und Politiker Ihor Kolomoisky die Reihe der mehrfachen Pass-Alternativen an. So darf sich Kolomoisky selbst stolz ukrainischer, israelischer und zypriotischer Bürger nennen.

 angeblicher Neu-Kanadier A. Jazenjuk  -  Quelle: Ruptly
angeblicher Neu-Kanadier A. Jazenjuk  -  Quelle: Ruptly

Dass Kanada den ukrainischen Ministerpräsidenten Jazenjuk nur zu gern im eigenen Land zu beherbergen gedenkt, wird unschwer zu erkennen sein, wenn öffentlich ehemalige Faschisten in beiden Ländern als Helden hervorgehoben werden. So hing bei einem Runden Tisch zwischen hochrangigen kanadischen Beamten mit ukrainisch-kanandischen Gemeindeleitern am 28. Februar in Toronto, Ontario, zu den aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und der Partnerschaft beider Länder, das Bild von Stephan Bandera, einem bekannten und in der Ukraine gefeierten Faschisten, an der Wand - passenderweise rechts im Bild:

https://www.flickr.com/photos/dfait-maeci/16673077932/

Auf Nachfragen der RT-Deutsch Reporterin Anna Schalimowa verweigerte die kanadische Regierung jegliche Stellungnahme bezüglich der neu erworbenen Staatsbürgerschaft Jazenjuks. Die ukrainische Botschaft in Berlin erklärte lediglich, dass Rada-Mitgliedern eine doppelte Staatsbürgerschaft gänzlich verboten ist. Auf den Hinweis, dass Finanzministerin Natalia Jaresko ganz offenkundig noch über ihren US- Pass verfügt, wurde das Gespräch abgebrochen.